Sommerliche (Orgel-)Konzerte in Hamborn: Zum Auftakt ein Panorama

Sommerliche (Orgel-)Konzerte in Hamborn : Zum Auftakt ein Panorama

Musikalisch steht der Stadtteil Hamborn in diesen Sommerferien erstmals im Zeichen der Orgelmusik.

Zum einen gibt es in der Evangelischen Friedenskirche zum 25. Mal sechs Sommerliche (Orgel-)Konzerte (die heißen seit drei Jahren so, weil seitdem nicht mehr alle der sechs Mittwochabende noch reine Orgelkonzerte sind). Zum anderen veranstaltet das katholische Bistum Essen seine sechs Konzerte seit diesem Jahr nicht nur in der Probsteikirche St. Urbanus in Gelsenkirchen (jeden Montag) und in der Liebfrauen-Kirche in Bottrop-Eigen (jeden Mittwoch), sondern auch jeden Freitag eben in der Abteikirche St. Johann in Hamborn.

Das sind ganz „normale“ Orgelkonzerte, dafür war gleich der Auftakt jetzt ein gutes Beispiel. Es gastierte Konrad Suttmeyer, Kirchenmusiker in Gladbeck und Orgelsachverständiger des Bistums Essen, der auch an der jüngst abgeschlossenen Generalüberholung der 1986 erbauten Mönch-und-Prachtel-Orgel der Hamborner Abteikirche beteiligt war. Sein attraktives Programm bot ein Panorama des Orgelrepertoires, mit sieben Stücken von sechs Komponisten aus drei Epochen, von dem spritzigen „Carillon-Sortie“ von Henri Mulet (das eigentlich an das Ende eines festlichen Gottesdienstes gehört, aber hier als passender „Eisbrecher“ diente) bis zu dem monumentalen Choral Nr. 2 h-Moll von César Franck. Genau in der Mitte des Abends stand die Toccata F-Dur aus BWV 540 von Johann Sebastian Bach. Der eigentliche Höhepunkt war aber schon zuvor Präludium und Fuge über die Tonfolge BACH von Franz Liszt und auch Bachs Choralvorspiel „An Wasserflüssen Babylon“ BWV 653. Erhellend erschien dann die Abfolge von Präludium, Fuge und Ciacona C-Dur BuxWV 137 von Dietrich Buxtehude mit der darauf aufbauenden Toccatenfuge aus der „Hommage à Buxtehude“ von dem vor 90 Jahren geborenen Petr Eben.

Konrad Suttmeyer spielte das alles im besten Sinne routiniert, wobei ihm die gesanglichen Passagen meist besser gelangen als die virtuosen. Seine Registrierung wirkte prägnant, aber letztlich eher dezent. Das Publikum war sehr zufrieden.

Die Sommerlichen Orgelkonzerte in der Abteikirche Hamborn hätten noch mehr Besucher verdient. Den nächsten, zweiten Abend am Freitag, 26. Juli, um 20 Uhr, bestreitet der selbständige Organist Dominik Gerhard aus Essen. Sein Programm enthält Werke von Jacques-Nicolas Lemmens (die berühmte „Fanfare“), Heino Schubert (der ehemalige Essener Domorganist starb im vergangenen Jahr mit 90 Jahren), Sergej Rachmaninow (Prélude Ges-Dur op. 23 Nr. 10), Alfred Hollins („Triumphal March“), Josef Friedrich Doppelbauer (der Österreicher starb vor 30 Jahren), Giacomo Meyerbeer (Krönungsmarsch aus „Le prophète“) und Sigfrid Karg-Elert („Lobet den Herrn mit Pauken und Zimbeln schön – Alla Händel“) sowie zwei eigene Improvisationen (über „Summertime“ von George Gershwin und zum Abschluss über „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“). Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten.                

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