Sommerkino in Duisburg: Eine Reise nach überall und nirgendwo

Sommerkino: Eine Reise nach überall und nirgendwo

Vor der NRW-Premiere des Films „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ am Donnerstagabend im Sommerkino bat Kinochef Kai Gottlob den Hauptdarsteller und den Regisseur des Films zum Gespräch.

Es war die NRW-Premiere des Films „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“, die Donnerstagabend beim Stadtwerke Sommerkino im Landschaftspark Duisburg-Nord gezeigt wurde. Deshalb war Prominenz vor der Filmvorführung zum Gespräch auf der Bühne  der Gießhalle angesagt. Mit dabei Hauptdarsteller Elmar Wepper und Regisseur Florian Gallenberger. Beide konnten dort wie mit ihrem Film das Duisburger Publikum überzeugen und begeistern: Es gab großen Applaus beim Abspann.

Als Sommerkino-Chef Kai Gottlob den Hauptdarsteller des neuen Kinostreifens „Grüner wird’s nicht …“, Elmar Wepper, am Donnerstagabend auf die Bühne der Landschaftspark-Gießhalle bat und beide dicht beieinanderstanden, ergab sich ein Bild (vom körperlichen Größenunterschied her) wie bei „David und Goliath“. Doch in dem Vorgespräch zum Film zeigte sich schnell, dass der vermeintliche David, sprich Wepper, stets „ziemlich mächtige Rollen“ zu bewältigen hatte. „Das war bei ‚Kirschblüten - Hanami‘ (2008) so, bei ‚Dreiviertelmond‘ (2011) und auch jetzt bei ‚Grüner wird’s nicht …‘ (2018)“, stellte Gottlob fest. „Zugegebenermaßen“, antwortete Wepper darauf, „habe ich manchmal schon ein wenig Angst vor großen Rollen. Doch dann packt mich der Ehrgeiz und ich nehme die Herausforderung als Schauspieler an. Außerdem sage ich mir: Filmemachen ist ohnehin immer ein Abenteuer. Alles komme zu seiner Zeit. ‚Dreiviertelmond‘ wäre ohne vorher ‚Kirschblüten‘ nicht gegangen. Und das wiederum hänge von Zufällen ab. Florian (Gallenberger) zum Beispiel ist ein solcher Zufall.“

Gallenberger, der zum ersten Mal Duisburg besuchte und sich von der Sommerkino-Location des Landschaftsparks begeistert zeigte, dankte seinem Hauptdarsteller für das Kompliment, machte aber deutlich, dass sein Werk keine Fortsetzung der beiden ersten Filme von ihm seien. „Meine Absicht von ‚Grüner wird’s nicht …‘ ist es, das Publikum nach dem Film glücklich nach Hause zu schicken.“ Und dieses Ziel gelang vollumfänglich. Denn wie die Bilder und die Geschichte unter seiner Regie die Handlung erzählen und diese den Menschen nahebringen, ist meisterlich. Hier stimmt einfach alles, auch oder vielleicht gerade weil es eine Filmkomödie ist, von der man Leichtigkeit erwartet, diese aber enorm schwer ist zu inszenieren. Hier müssen Timing und Rhythmus des Sprechens, das Setzen von Pausen und Pointen in jeder Einstellung stimmen. Dazu muss die Kameraführung teils den sogenannten Subtext in bewegte Bilder kleiden können und vieles andere mehr.

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Gernot Gricksch hat den gleichnamigen Roman von Jockel Tschiersch von 2015 dramatisiert und das Drehbuch zu dem Film geschrieben. Während der Roman mit „Halt’s Maul“, einer Verbalinjurie der Allgäuer Gärtnerin Monika Kempter (gespielt von Monika Baumgartner) gegenüber ihrem Mann Schorsch (Elmar Wepper) beginnt, steht am Anfang des Films der Titelhalbsatz Schorschs gegenüber Dr. Starcke als Chef einer ominösen Golfplatz-Holding (Bernd Stegemann): „Grüner wird’s nicht!“, womit der Golfplatz-Rasen gemeint ist. Schorsch weiß nicht mehr weiter, setzt sich in sein kleines Propeller-Flugzeug und fliegt weg – mit dem Ziel zum Nordkap. Später auf die Frage seiner Frau, wo er denn nun gewesen sei, sagt er: „Überall und Nirgendwo.“

Der bundesweite Kinostart des Streifens ist am 30. August. Dann – wie zudem tags darauf und im September – zeigt auch das Filmforum am Dellplatz den Film in seinem Kinosaal.

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