Sommerkino Duisburg: Philharmoniker ehren Buster Keaton

Philharmoniker spielen zu „The General“ : Sommerkino ehrt Buster Keaton

Zum Film „The General“ spielen die Duisburger Philharmoniker live im Nordpark. Den Taktstock führt der legendäre Dirigent und Komponist Carl Davis.

Er war der Mann, der niemals lachte. Andere haben sich umso mehr über seine Komik und seine Kapriolen auf der Leinwand amüsiert: Buster Keaton. Nach drei Jahren Pause ehren das Filmforum und die Duisburger Philharmoniker in ihrer nunmehr fünften Zusammenarbeit beim Stadtwerke Sommerkino den Stummfilm-Star, der neben Charlie Chaplin und Harold Lloyd zu den Giganten der frühen US-amerikanischen Filmkomödie gezählt wird.

Am 11., 12. und 13. Juli dieses Jahres steht Keatons Meisterwerk „The General“ auf dem Programm des Freiluft-Filmvergnügens im Nordpark. Unter der Leitung des 83-jährigen legendären Dirigenten und Filmmusik-Komponisten Carl Davis liefern 36 Philharmoniker live die passende Musik zum Geschehen auf der Leinwand. Die Neukomposition stammt aus der Feder von Davis, der erstmals 2016 die Philharmoniker im Nordpark dirigierte zu „Safety Last“ mit Harold Lloyd.

Eine lebende Legende dirigiert die Philharmoniker beim Sommerkino: Carl Davis. Er begeisterte die Zuschauer bereits 2016 im Nordpark. Foto: Foto:Thierry Faber

„The General“ erzählt die Geschichte des braven Johnnie Gray, dessen Herz nur für seine Annabelle und seine Lokomotive namens „The General“ schlägt. Als der amerikanische Bürgerkriege ausbricht, meldet Gray sich als einer der ersten Freiwilligen bei den Südstaatlern, um seiner Holden zu imponieren. Doch die Konföderierten lehnen zu Grays Leidwesen ab, weil ein Lokführer für sie an anderer Stelle wertvoller ist. Kurz drauf stehlen Nordstaatler allerdings die Lok mit Annabelle an Bord. Das löst eine Verfolgungsjagd aus, an deren Ende ein Zug von einer Brücke stürzt, Gray aber seine Annabelle wieder in die Arme schließen kann und zudem auch noch einen entscheidenden Beitrag zu einem Sieg der Südstaatler leistet, den es in Wirklichkeit nicht gegeben hat.

Völlig real hingegen sind die Actionszenen und Stunts in dem Film. „Das ist alles echt“, versichert Kai Gottlob, Leiter des Filmforums. „Damals kannte man noch keine Bluebox, und die Stunts hat Keaton alle selbst gemacht.“ Bei einem Sturz von der Lok habe er sich schwer verletzt, aber trotzdem weitergespielt. „Ein Jahr später hat ein Arzt einen verheilten Genickbruch bei ihm diagnostiziert“, erzählt Gottlob. Auch der Zug, der am Ende samt Brücke in den Row River in Oregon stürzt, sei kein Trick. „Der Zug wurde tatsächlich versenkt“, amüsiert sich Gottlob. Auch habe Keaton darauf bestanden, dass die Soldaten von Nationalgardisten und nicht von schießunfähigen Statisten gemimt wurden. All das lässt verstehen, warum dieser Film als der teuerste der Stummfilmzeit gilt. Die Produktionskosten wurden allerdings bei weitem nicht durch das Einspielergebnis des Streifens gedeckt und brachen Keaton auch finanziell das Genick.

Heute indes zählt „The General“ zu den bedeutendsten Komödien der Filmgeschichte. Die neue Partitur, die Davis dafür geschrieben hat, sei farbenreich instrumentiert, mit deutlichem Druck durch eine große Bläsersektion, lobt Alfred Wendel, Intendant der Philharmoniker: „Die Musik unterstreicht die Rasanz der Verfolgungsjagd und die Heldenhaftigkeit.“ Für die passende Wild West-Atmosphäre greifen die Philharmoniker auch mal zu Banjo und Mundharmonika.

(U.S.)
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