Sommer 2019: Was die Hitze für Duisburg bedeutet

Duisburg : Was die Hitze für Duisburg bedeutet

Duisburg ist einer der heißesten Orte in ganz Deutschland. Inzwischen wurden schon Veranstaltungen abgesagt, viele Schüler bekommen Hitzefrei – und Angler sorgen sich um die Fische sowie die Wasserqualität in den Seen.

„Duisburg ist immer sehr bekannt dafür, dass es warm wird“, sagt der Meteorologe Markus Winkler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. Deshalb schwitzen die Menschen in Duisburg häufig noch mehr als in anderen Städten. Und die ersten Veranstalter reagieren bereits: So hat zum Beispiel das Filmforum dazu aufgerufen, trotz des heute beginnenden Vorverkaufs für das Sommerkino nicht zu den Vorverkaufsstellen zu kommen. Lange Schlangen in der prallen Sonne am Dellplatz wie in den Vorjahren – das möchten die Veranstalter den Gästen lieber nicht zumuten. Das Christophoruswerk sagt sein für Samstag geplantes Sommerfest gleich ganz ab. Auch Feuerwehr, Waldwächter und Wirtschaftsbetriebe haben bei den hohen Temperaturen einiges zu tun. Wir erläutern, was die Hitze für Duisburg bedeutet und wie die Behörden mit ihr umgehen.

Wald Laut dem Waldbrandgefahrindex des Deutschen Wetterdienstes besteht in Duisburg derzeit die mittlere Waldbrandgefahrstufe 3. Duisburgs Glück ist, dass es sich bei den städtischen Waldgebieten überwiegend um Mischwälder mit großem Laubbaumbestand handelt. Und die gelten als deutlich weniger gefährdet als Nadelbäume. Die Stadt weist im Internet trotzdem darauf hin, dass das Wegwerfen von brennenden Zigarettenkippen oder Glas (das durch Sonne leicht zum Brennglas werden kann) bei heißen Temperaturen und langer Trockenheit besonders verantwortungslos ist. Außerdem sind offenes Feuer und das entsorgen von Grillkohle im Gelände verboten. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 500 Euro rechnen.

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Straßenbäume Die Wirtschaftsbetriebe haben aufgerüstet. Schon vor der Sommersaison 2019 haben sie zusätzliche Wassersäcke angeschafft, um zumindest die jüngsten der rund 50.000 Duisburger Straßenbäume schützen zu können. doch wie schon in der Dürreperiode 2018 ist die Stadt auch in diesem Jahr wieder auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. Schon ein paar Gießkannen oder Eimer Wasser pro Woche könnten helfen, den „Durst“ des nächsten Straßenbaums zu lindern, schreibt die Stadt. So könne die Erschöpfung der Bäume durch Hitze und Trockenheit gemindert werden. Die Bäume sollten mit reinem Wasser beziehungsweise Regenwasser bewässert werden.

Vögel und Kleintiere Die Hitze macht nicht nur den Menschen und Haustieren zu schaffen, sondern auch den vielen Bewohnern der Parks und Bäume der Stadt. Eichhörnchen und Vögel würden von aufgestellten Vogeltränken in Parkanlagen profitieren.

Abkühlung an der Sechs-Seen-Platte im Duisburger Süden. Foto: Roland Weihrauch

Badeseen In den Vorjahren gab es in Duisburg auch häufiger Badeverboten in den Seen wegen Blaualgenbefalls. „In diesem Jahr konnten wir bisher zumindest in dieser Hinsicht noch nichts feststellen“, sagt Volker Lange von den Duisburger Wirtschaftsbetrieben. Erfahrungsgemäß treten Blaualgen auch eher erst in der zweiten Sommerhälfte auf, wenn es über einen längeren Zeitraum heiß und sonnig war. Die Wirtschaftsbetriebe weisen nochmals daraufhin, dass in Duisburg nur im Kruppsee, Wolfssee und Großenbaumer See gebadet werden darf. Aller anderen Seen sind dazu nicht zugelassen, der Rhein sowie so nicht.

Gesundheit Deutsches Rotes Kreuz sowie die Ärzte- und Apothekerkammern der Region sind sich einig. Zwar hat wohl jeder die folgenden Gesundheitstipps bei Hitze schon einmal gelesen, trotzdem kann man sie wohl nicht oft genug wiederholen: Erstens, so empfehlen die Mediziner, gelte es genug zu trinken. Hut, Baseball-Caps & Co schützen vor Sonnenbrand und Sonnenstich. Der Aufenthalt im Schatten ist für den Organismus besser als in der prallen Sonne. Man sollte sich öfter eine Pause gönnen und keinen Alkohol trinken – der belastet den Kreislauf. Leichte Kost sollte Vorrang vor fettigen Speisen bekommen.

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