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Duisburg: So denkt MSV-Präsident über Fußball und Kirche

Duisburg : So denkt MSV-Präsident über Fußball und Kirche

Gestern Nachmittag hatte MSV-Präsident Dieter Steffen die große Ehre, im Rahmen der Kanzelreden in der Salvatorkirche zu den Versammelten zu sprechen. Hier Auszüge aus seiner Predigt:

"Als ich nach meiner Wahl zum Vorstandsvorsitzenden des MSV Duisburg 02 e.V. gefragt wurde, ob ich eine Kanzelrede in der Salvatorkirche halten würde, habe ich zunächst Zweifel gehabt, ob ich dieses ehrenvolle Angebot annehmen sollte. Dann aber habe ich bewusst ja gesagt, auch, weil es für mich hier und heute ein "Heimspiel" ist...Eine Kanzelrede ist allerdings für mich heute schon eine besondere Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle. Die Stadt Duisburg und ihre wirtschaftliche Entwicklung war in den letzten Jahren meiner beruflichen Tätigkeit immer Leitziel für alle Aktivitäten."

"Die Erfolge des Vereins in der letzten Saison und insbesondere das Erreichen des Pokalfinales in Berlin haben dazu geführt, dass der Verein als Aushängeschild für diese Stadt wahrgenommen wird und er die Sympathien der Bürger hinter sich hat. Der MSV ist zum Imageträger für die Stadt Duisburg geworden."

"Es gibt keinen anderen Bereich, der die Menschen so verbindet wie der Fußball."

"Auf den ersten Blick haben Fußball und Kirche ja nicht viel gemeinsam. Allerdings ist sicherlich unstrittig, dass beide Institutionen für viele Menschen eine wichtige Rolle im Leben spielen. Fußball wird sogar oft als "Ersatzreligion" bezeichnet, einzelne herausragende Spieler sogar als "Fußball-Gott" glorifiziert. Zwar wird der Fußball geprägt durch eine gewisse religiöse Symbolik, Lobgesänge der Fans, die Rede ist auch oft von Fußballtempeln, wenn man Stadien meint, insgesamt ist es aber eine ganz und gar weltliche Angelegenheit."

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"Es geht eigentlich nur um den Kampf zweier Mannschaften, es geht um Sieg und Niederlage... Aber auch das gehört zum Fußball: - Fußballer, die sich beim Betreten und Verlassen des Rasens bekreuzigen, - Torschützen, die nach einem Tor in den Himmel zeigen, zum Zeichen, dass da oben einer mitgeholfen hat, und auch - Spieler, die unter ihrem Trikot ein Unterhemd tragen mit der Aufschrift "Jesus hilft" und das jeweils nach einem Tor demonstrativ zeigen"

"Für die einen ist im Gottesdienst die Liturgie bedeutsam, dazu gehören das Läuten der Glocken, das Orgelspiel, die Begrüßung durch den Pfarrer und sein Talar, das Gebet, das Singen der Kirchengemeinde mit dem Chor, die anderen feiern ihre Mannschaft ebenfalls mit festen Ritualen, also mit einem gemeinsamen Outfit mit Trikot und Schal, dem Vorstellen der Mannschaften, dem Einzug zur Vereinshymne, einer Choreografie der Fans im Stadion und dem Anpfiff durch den Schiedsrichter. Auch Devotionalien haben auf beiden Seiten ihre Bedeutung."

"Kann die Kirche aber vom Fußball sogar etwas übernehmen? Das gilt für mich vor allem für Stichworte wie Gefühl und Gemeinschaft, Emotion und Leidenschaft aber auch Faszination und Ritual."

"Aber sind die Sieger immer die wahren Helden? Auch der Umgang mit Niederlagen will gelernt werden und ist deshalb über den Sport in der Jugend die beste Vorbereitung auf das Leben."

"Die persönlichen Siege im Leben über Krankheiten, Unwissenheit und Armut sind sicherlich wichtiger..."Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Haben wir gemeinsam den Mut, den Glauben als Kraft zu erleben, die etwas bewirken kann. Eine Kraft, die uns starkmacht, um Herausforderungen zu bewältigen. Glaube ermöglicht Siege. Siege über Probleme und Hindernisse auf dem Weg durch unser Leben. Gehen wir den Weg, glauben wir an Gott. Amen"

(RP)