Smart City Index: Duisburg ist mittelprächtig digital

Smart City Index : Duisburg ist mittelprächtig digital

Der Digitalbranchenverband Bitkom hat den sogenannten Smart City Index herausgegeben. Duisburg belegt mit Rang 33 einen Platz im Mittelfeld. Einige NRW-Kommunen sind deutlich stärker, andere deutlich schwächer.

Duisburg schickt sich ja bekanntlich gerade erst an, Smart City zu werden. Damit will sich die Stadt Vorteile im kommunalen Wettbewerb erarbeiten. Dass die Ausgangslage für dieses Vorhaben gar nicht einmal so schlecht ist, belegt eine neue Studie des Digitalbranchenverbandes Bitkom. Der hat Deutschlands größte Städte auf ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit hin untersucht. Und siehe da: Duisburg belegt bereits zu Beginn seiner Smart-City-Offensive  einen ordentlichen Platz im Mittelfeld. Von 81 Großstädten in Deutschland sind Bitkom zufolge derzeit 32 noch smarter als Duisburg. Was den Ruhrgebietsvergleich angeht, belegt die Stadt Platz drei hinter Dortmund und Bochum.

48,5 von 100 möglichen Punkten erreicht Duisburg für seine digitale Infrastruktur. Neben Dortmund und Bochum schneiden in NRW Stand heute auch noch Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen, Bielefeld, Wuppertal und Münster besser ab. Digitalste Stadt in Deutschland ist Bitkom zufolge derzeit Hamburg mit 79.5 von 100 möglichen Punkten.

„Der Smart City Index vermisst die deutschen Großstädte in puncto Digitalisierung und macht sie vergleichbar. Hamburg erreicht in allen fünf untersuchten Themenfeldern Spitzenwerte und ist damit ein Vorbild für viele Smart-City-Initiativen in Deutschland“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Aber auch jenseits der Metropolen gehören Städte in einzelnen Bereichen zu den Vorreitern, wie Mannheim beim E-Govern­ment, Wuppertal bei gesellschaftlichen Aktivitäten oder Darmstadt bei Energie und Umwelt.“

Für den Smart City Index hat der Branchenverband rund 7800 Dateneckpunkte erfasst. Analysiert und ausgewertet wurden unter anderem Daten aller 81 Städte in Deutschland mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die fünf Bereiche, in denen ihre digitale Infrastruktur bewertet wurde, sind unterteilt in knapp 96 Parameter, die vom Online-Bürger-Service über Car-Sharing-Angebote  und intelligente Mülltonnen bis hin zur Breitbandverfügbarkeit reichen.

Am besten schneidet Duisburg in der Kategorie „Mobilität“ ab. 56,4 Punkte bedeuten hier Platz 20 im Gesamtranking. Zwei Plätze hinter Dortmund ist Duisburg in dieser Kategorie damit zumindest im Ruhrgebiet die zweit-smarteste Stadt in dieser Kategorie. Grund für die gute Bewertung in diesem Bereich waren unter anderem der Öffentliche Nahverkehr mit seinen Handytickets, seinem Mybus-Angebot und seinem digitalen Abfahrtsmonitor. Außerdem waren die Juroren von Duisburgs intelligenten Ampelschaltungen überzeugt.

Passabel steht Duisburg offenbar auch in den Kategorien „Verwaltung“ (Platz 34) und „Energie und Umwelt“ (Platz 35) dar. Was die Verwaltungsarbeit angeht, gefielen den Punktrichtern das kommunale Abrechnungssystem sowie die Bemühungen in Sachen Online-Terminvergabe. Auch die Social-Media-Präsenz der Stadt kam gut an. Was den Energie- und Umweltbereich angeht, überzeugten die Punktrichter die Bestrebungen der Stadt, smarte Straßenlaternen in der City zu installieren (die RP berichtete) sowie das Beschaffungs- und Entsorgungsmanagement in Sachen Elektrogeräte. Genau 0 Punkte in dieser Kategorie gab es allerdings für das Thema E-Mobilität.

Das schlechteste Ergebnis holte Duisburg mit Rang 46 im Bereich „Gesellschaft“. Größtes Problem für die Juroren: In Duisburg gibt es weder eine Plattform für Bürgerbeteiligungen, noch eine, die die Handelsunternehmen in der Stadt miteinander verbindet. Dafür gab es Abzüge. Auch im Hinblick auf sogenannte Co-Working-Spaces gab es für Duisburg nur 50 von 100 möglichen Punkten.

Ein entscheidendes Feld für die digitale Zukunft der Stadt ist das der digitalen Infrastruktur. Hier kommt die Auswertung des Branchenverbands zu einem mittelprächtigem Ergebnis. Duisburg belegt im entsprechenden Bereich „IT und Kommunikation“ Platz 45 im Gesamtranking. Die Glasfaser-Infrastruktur in Duisburg wurde dabei mit 0 Punkten bewertet. Beim Thema öffentliches WLAN gab es immerhin 55 von 100 Punkten. Für den Zustand des Breitband-Netzes gab es immerhin noch 60, für den des hiesigen Mobilfunknetzes sogar 100 Punkte.