Silke Jachinke ist die erste Frau an der Spitze der MIT Duisburg

Wirtschaftspolitik : MIT Duisburg feiert 40-jähriges Bestehen

Das diesjährige Martinsgansdinner der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Duisburg war gleichzeitig eine Feier aus Anlass des 40-jährigen Bestehens. Die MIT Duisburg wird erstmals mit Silke Jachinke von einer Frau geführt.

Von einem Generationenwechsel bei der MIT Duisburg zu sprechen, ist keineswegs übertrieben. Benno Lensdorf (76) gab nach fast drei Jahrzehnten an der Spitze den Vorsitz an Silke Jachinke (47) ab. „Darf’s auch ein bisschen mehr sein?“, hatte Lensdorf sie gefragt, als es um ehrenamtliche Mitarbeit bei der MIT ging. Die Unternehmensberaterin sagte zu, als Lensdorf sie direkt fragte, ob sie als seine Nachfolgerin in Frage käme. Denn Silke Jachinke ist davor überzeugt, dass die MIT viel bewegen kann: „Mit Hendrik Wüst als Landesvorsitzendem und Carsten Linnemann als Bundesvorsitzendem finden wir wieder mehr Gehör – auch in Berlin.“ Es bedürfe auch innerhalb der CDU eine „klareren Sprache“ und einem konsequenten Einsatz für die Belange des Mittelstandes.

Zum Martinsgansdinner begrüßte sie auch Gäste aus der Politik und Institutionen, unter anderem auch IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger, die Duisburger CDU-Landtagsabgeordnete Petra Vogt und Fraktionschef Rainer Enzweiler. Gastredner des Abends war der gut aufgelegte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der in Personalunion auch NRW-Landeschef der MIT ist. Auf der Landestagung der Organisation war Wüst erst kürzlich im Amt bestätigt worden – mit 98 Prozent Zustimmung. „Ich habe 173 Ja- und vier Nein-Stimmen erhalten – davon war hoffentlich keine aus Duisburg“, so Wüst. Er warnte wie auch Silke Jachinke zuvor, sich parteiintern zu sehr mit Personaldebatten aufzuhalten. Insbesondere die Art und Weise, wie dies zuletzt bei der CDU vorgekommen sei, sei nicht in Ordnung. Auch Unternehmer bräuchten viel mehr Vorbilder als Feindbilder. Vielmehr müsse man sich an Sachfragen orientieren wie einer Unternehmenssteuerreform oder einer noch stärkeren Entbürokratisierung.

Wüst bemängelte die marode Infrastruktur in NRW. Dies betreffe Straße, Schiene und Wasserwege gleichermaßen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf Rekordinvestitionen zur Sanierung. Allein 20 Millionen Euro habe er für die Beschleunigung von Maßnahmen zur Verfügung gestellt. „Das ermöglicht vor allem auch Arbeiten an Autobahnbaustellen an Wochenenden, nachts oder an Feiertagen. Damit sei zwar kein Meter zusätzlich saniert, aber es beschleunige viele Infrastrukturmaßnahmen. 40 Prozent des förderfähigen Bedarfs im Bereich der Sanierung von Straßenbahnen trage das Land, inzwischen sei auch Bundeshilfe in Aussicht gestellt werden. Die Züge für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) seien zwar schon auf der Schiene, bis der RRX allerdings wie geplant auf seiner regulären Strecke fahren könne, werde es noch dauern. Wüst verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Klage aus Angermund. Auch wenn künftig mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werde, sei auf der Straße weiterhin mit Staus zu rechnen.

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