Duisburg: Sexueller Missbrauch – Leitfaden für Erzieher

Duisburg : Sexueller Missbrauch – Leitfaden für Erzieher

So schlimm es ist – auch in Duisburg muss über das Thema sexueller Missbrauch von Kindern gesprochen werden. Weil sich auch diese Stadt nicht davon freisprechen kann. „Wir haben hier rund 100 angezeigte Fälle pro Jahr“, sagt Jugendamtsleiter Thomas Krützberg. Die Dunkelziffer sei schätzungsweise zehnmal so hoch. Um vor allem Erzieher und Lehrkräfte im Umgang mit dieser schwierigen Thematik zu unterstützen, hat das Jugendamt einen Handlungsleitfaden erarbeitet. Basis dieser Broschüre für pädagogische Fachkräfte sind die Erfahrungen und das Fachwissen einer Arbeitsgruppe, in der Vertreter von Jugendamt, Kinderschutzbund, Beratungsstellen, der Polizei und der Staatsanwaltschaft mitgearbeitet haben.

Die Broschüre ist übersichtlich aufgebaut und verständlich geschrieben. Behandelt werden Fragestellungen wie: Was ist sexueller Missbrauch und wie kann man ihn erkennen? Was tun bei einer Vermutung oder wenn ein Kind von einem Missbrauch erzählt? Anzeigen – ja oder nein? Wer macht was für den Schutz von betroffenen Jungen und Mädchen? Außerdem gibt es eine Liste mit Beratungsstellen und weiterführender Literatur. „Wichtig ist eine sensible Vorgehensweise“, sagt Familiendezernent Karl Janssen. Bei einem Verdacht dürfe man nicht voreilig reagieren, sondern solle erst einmal mit seinen Kollegen beraten. Auch dies ist in dem Heftchen ausführlich beschrieben. Die Broschüre ist in einer Auflage von 8000 Stück erschienen und wird an alle Schulen und Kindertageseinrichtungen verteilt und in den Bibliotheken und Bezirksämtern ausgelegt. Sie kann unter Tel. 0203 283-3484 angefordert sowie unter www.duisburg.de heruntergeladen werden.

(RP)
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