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Sexuelle Belästigung auf Schulschiff in Duisburg: "Wir wurden umgehend unterrichtet"

Sexuelle Belästigung am Schulschiff Duisburg : „Beratungsbedarf von Auszubildenden ist zu keiner Zeit an uns herangetragen worden“

Nachdem das Schulschiff in Duisburg einen Mitarbeiter wegen des Verdachts auf sexuelle Belästigung an Bord freistellte, wurden auch die Bezirksregierung und das Schiffer-Berufskolleg informiert. Bislang hätten sich die jungen Frauen nicht gemeldet, um über die Vorfälle zu sprechen, heißt es.

Am Schiffer-Berufskolleg Rhein haben sich bislang keine Schülerinnen gemeldet, um über die Vorwürfe zu sexueller Belästigung am Schulschiff in Duisburg zu sprechen. Das teilte Klaus Paulus, Leiter des Berufskollegs, auf Anfrage mit. Auszubildende, die dort die Grundlagen der Binnenschifffahrt lernen, nutzen das nahe gelegene Schulschiff in Homberg zur Unterkunft und für verschiedene Kursangebote. Ein Mitarbeiter soll zuletzt mehrere Schülerinnen sexuell belästigt haben und mit ihnen Partys gefeiert haben, bei denen es Alkohol und Drogen gab.

Nach Bekanntwerden der Vorfälle wurde der Mann im vergangenen Jahr entlassen. „Über die Entlassung des genannten Mitarbeiters wurden wir als Schule seinerzeit umgehend unterrichtet“, sagt Paulus. So wäre es möglich gewesen, auf einen möglichen Beratungsbedarf der Azubis reagieren zu können. „Ein solcher Beratungsbedarf von Auszubildenden hierzu ist jedoch zu keiner Zeit an uns herangetragen worden.“ Auch die Bezirksregierung in Düsseldorf wurde umgehend informiert, wie eine Sprecherin mitteilt.

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Das Schiffer-Berufskolleg steht unter Trägerschaft der Stadt Duisburg, die Lehrer sind beim Land NRW angestellt. Anders sieht das beim Schulschiff selbst aus, wo der betroffene Mann arbeitete. Das Schiff ist eine Einrichtung des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), die Mitarbeiter sind keine Lehrer im klassischen Sinne.

Der Fall war Anfang der Woche bekanntgeworden. Demnach soll ein Mann an Bord des Schiffes immer wieder junge Auszubildende sexuell belästigt und sie auch über soziale Medien kontaktiert haben. Nach Aussage einer Betroffenen kam es auch zu sexuellen Handlungen zwischen ihm und mehreren jungen Frauen. Ob dabei Straftaten passiert sind, ist bislang unklar. Viele der Auszubildenden an Bord sind volljährig.

(atrie)