1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Selbsttest: Mit dem Leihfahrrad durch die Stadt Duisburg

Mietfahrräder : Mit dem Leihfahrrad durch die Stadt

An vielen Standorten in der Stadt können Leihfahrräder ausgeliehen werden. Die Anbieter werben damit, dass sich das Zweirad bequem besorgen und fahren lässt. Doch stimmt das auch? Die RP macht den Selbsttest.

Wer kein eigenes Auto besitzt, der greift häufig auf Bus, U-Bahn oder S-Bahn zurück, um von A nach B zu kommen. Dabei gibt es in Duisburg eine echte Alternative. An vielen Standorten in der Stadt können Leihfahrräder ausgeliehen werden. Die RP hat das sogenannte Bike Sharing getestet und klärt auf, wie einfach und praktisch sich ein Leihfahrrad in Duisburg fahren lässt.

Welche Anbieter von Leihfahrrädern gibt es? In Duisburg gibt es insgesamt drei Anbieter für Bike Sharing: metropolradruhr verwaltet über 30 Radleihstationen mit 400 Rädern im gesamten Stadtgebiet verteilt – unter anderem am Hauptbahnhof oder der Universität. Das Unternehmen Revierrad gibt Fahrräder am Hauptbahnhof, im Landschaftspark Nord und im Sportpark Duisburg aus. Räder des Verleihsystems Niederrheinrad gibt es ebenfalls an den drei zentralen Punkten in der Stadt.

Wie einfach ist die Ausleihe? Ich stehe an der Ausleihstation am Hauptbahnhof und tippe wie wild am Serviceschalter von metropolradruhr herum. Es tut sich nichts, der Bildschirm bleibt schwarz. Also rufe ich die Hotline-Nummer an, die an der rechten Seite des Terminals abgedruckt ist. Eine mechanische Stimme führt mich durch mehrere Fragen. Ich merke schnell, dass ich mich erst registrieren muss, bevor ich mir ein Fahrrad ausleihen darf. Mit einer Kreditkarte könnte ich sofort aufs Rad steigen. Die habe ich aber nicht. Ich werde aufgefordert, eine Überweisung zu tätigen. Drei Werktage später, dürfte ich dann ein Fahrrad leihen. Verwirrt und frustriert gehe ich zurück in die Redaktion. Spontan ein Rad mieten, ist also gar nicht so einfach.

  • Der Mann soll über eine rote
    Schwerer Unfall in Duisburg : 88-Jähriger stirbt nach Zusammenstoß mit Straßenbahn
  • E-Mobilität : E-Bikes – diese Fakten sollten Sie vor dem Kauf kennen
  • Auch RP-Volontärin Leonie Miss nutzt das
    Nahverkehr in Mönchengladbach : So läuft's mit dem Neun-Euro-Ticket

Zurück in der Redaktion registriere ich mich im Internet, folge den Anweisungen und lade mir eine App herunter. Einige Minuten und nur wenige Klicks später ist mein Konto freigeschaltet und mit Guthaben aufgeladen, ich darf endlich Fahrrad fahren. Zurück an der Ausleihstation suche ich mir ein Fahrrad aus, buche es über die App und bekomme binnen Sekunden den Code für das Schloss zugeschickt. Alternativ hätte ich auch noch einmal die Hotline anrufen und ein Fahrrad via Handy buchen können.

Als ich das Fahrrad aus der Verankerung ziehen möchte, passiert allerdings nichts. Das Zweirad klemmt. Ich beende die Buchung, zahle den fälligen Euro und suche ein neues Fahrrad aus. Dieses Mal funktioniert alles und ich schwinge mich auf den harten Sattel.

Wie ist der Zustand der Räder? Die Räder von metropolradruhr – zumindest jene, die am Hauptbahnhof stehen – sind etwas in die Jahre gekommen. An zahlreichen Stellen hat sich Rost gebildet, beim Fahren quietscht und klappert das Rad. Beim Verstellen des Sattels mache ich mich an den Händen schmutzig. Den Lenker kann ich leider nicht verstellen. Doch das Fahrrad tut das, was es tun soll: fahren. Die Schaltung und die Bremsen funktionieren einwandfrei. Praktisch ist der kleine Korb am Lenker, in den zum Beispiel das Schloss passt.

Wie einfach ist die Abgabe? Nach meiner Fahrt stelle ich das Fahrrad wieder an einer Station von metropolradruhr ab und schließe das Schloss. Stelle ich das Zweirad woanders ab, zahle ich 20 Euro Strafe. Mit der App ist die Rückgabe kinderleicht. Alternativ kann auch bei diesem Vorgang die Hotline angewählt werden.

Wie teuer ist ein Leihfahrrad? Für meine Fahrt, die knapp eine halbe Stunde geht, zahle ich einen Euro. Für jede halbe Stunde ist dieser Preis fällig. Der Höchstsatz für den ganzen Tag beträgt neun Euro. Zudem gibt es günstige Monatstarife. Und: Für Kunden der DVG und Studenten an der UDE gibt es spezielle Rabatte.

Die anderen beiden Anbieter bewegen sich im gleichen Preissegment: Bei Revierrad kostet ein Fahrrad sechs Euro für zwei Stunden, für neun Euro kann man bis zu zwei Tage fahren. Besonders lukrativ: der Langzeittarif für acht Euro, mit dem man bis zu fünf Tage das Fahrrad nutzen kann. Auch das Niederrheinrad kostet neun Euro pro Tag. Das Fahrrad eine Woche zu leihen, kostet 54 Euro.

Fazit Ein Leihfahrrad ist eine günstige Alternative für kurze Strecken. Mehr aber auch nicht. Ein großer Nachteil von metropolradruhr ist die zumindest für mich etwas komplizierte Registrierung, die teilweise spontane Fahrten unmöglich macht. Ob die anderen beiden Anbieter in dieser Hinsicht allerdings besser sind, müssen weitere Tests zeigen.

(jlu)