Duisburg: Schwofen im Kulturspielhaus

Duisburg : Schwofen im Kulturspielhaus

Lisa und Tim Pügner beleben den "Hegger'schen Tanzsaal" wieder.

Es gibt Orte, an die man sich gerne erinnert. Rumeln hatte in der oberen Dorfstraße um 1900 einen Treffpunkt der ganz besonderen Art. In der Gaststätte "Zur Linde" und im benachbarten Saal wurde gefeiert und getanzt. Zum Schwofen spielten Rumelner Eigengewächse auf, Gitarre, Quetschkasten und Trommel inklusive.

In der Tat hat das Gebäude-Ensemble Geschichte: In der Kneipe wurde 1900 der RTV gegründet, der 1870 erbaute Saal war zuerst eine Scheune, um 1900 wurde er zum "Hegger'schen Tanzsaal" umgebaut. In dem übte munter der Rumelner Turnverein, ebenso rege wurde getanzt.

Mitte der 1950er Jahre avancierte der Saal zu einem "Lichtspielhaus", bis in die 60er Jahre lockte Betreiber Franz Koller mit Kriegs-, Western- und Liebesfilmen in die Dorfstraße 19a. Nach einer jahrzehntelangen Nutzung als Elektrofachgeschäft wurde das komplette Gebäude kernsaniert und wird seit Mai 2015 von den Geschwistern Tim und Lisa Pügner als innovatives "Kulturspielhaus" betrieben. Warum nur, so sinnierten die Rumelner Barbara Werner und Gerhild Diamant, könnte dort nicht wie einst gefeiert und getanzt werden? Und warum könne nicht auch mal dort ein Tanzlehrer aufschlagen - und einen Kursus wie in guten alten Zeiten anbieten?

Der Schirmherr, der Runde Tisch Rumeln-Kaldenhausen, war schnell gefunden, und auch ein Ausbilder, der kultige Tanzlehrer Martin aus Bocholt, stand alsbald fest.

Das Projekt, was bei Erfolg in Serie gehen soll: Sechs bis zehn Paare, egal welchen Alters und welchen Leistungsstandes, treffen sich an fünf Abenden im Hegger'schen Tanzsaal, pardon im Kulturspielhaus Pügner, um dann von Martin genau die Tänze erklärt und verfeinert zu bekommen, die zuvor von der Gruppe gewünscht worden sind.

Das Ganze wird gekrönt durch einen für jedermann zugänglichen Tanzabend, der für den einen ein kleiner Abschlussball, für das Gros indes eine schöne Möglichkeit ist, sich "im Dorf zu treffen" wie einst bei Wilhelm Hegger.

(RPN)
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