Werkstatt für Menschen mit Behinderung: Schwere Vorwürfe gegen Werkstatt-Geschäftsführerin

Werkstatt für Menschen mit Behinderung : Schwere Vorwürfe gegen Werkstatt-Geschäftsführerin

Es ist bei städtischen Gesellschaften üblich, möglichst transparent zu arbeiten. Das gilt auch für die Offenlegung der Bezüge in der Chefetage. Nicht so bei der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung (Wfmb).

Was deren Geschäftsführerin Roselyne Rogg bekommt, wird nicht kommuniziert. Die Angabe individualisierter Vergütungen sei „nicht verpflichtend vorgesehen“, heißt es seitens der Stadt, „da die Stadt bei einer Beteiligung von 50 Prozent nicht über die Stimmenmehrheit verfügt.“

Thomas Krützberg ist Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft und Dezernent für Familie, Bildung und Kultur, Arbeit und Soziales. Ihm liegt ein Gutachten vor, und dessen Inhalt hat es in sich. Denn darin ging es um die „Angemessenheit“ der Vergütung von Roselyne Rogg. Dazu teilte die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung gestern mit: „Thomas Krützberg sowie seine Stellvertreter Dagmar Frochte und Manfred Lücke haben nach einem entsprechenden Beschluss im Aufsichtsrat ein Gutachten beauftragt, welches sich mit der Angemessenheit der Bezüge der Geschäftsführerin beschäftigt. Das Gutachten wird dem Aufsichtsrat mit der Einladung zur nächsten Aufsichtsratssitzung zugestellt. Dieses Vorgehen sei sowohl mit Oberbürgermeister Sören Link als auch den beteiligten Dezernaten abgestimmt. 

Über das Ergebnis des Gutachtens wollte sich die Stadt nicht äußern. Dem Vernehmen nach wären für eine solche Position rund 120.000 bis 180.000 Euro „angemessen“, wenn man dies mit den Bezügen ähnlicher Einrichtungen in anderen Städten vergleicht. Tatsächlich soll die Geschäftsführerin Duisburg rund 340.000 Euro bekommen haben – wohl auch über mehrere Jahre hinweg. Über mögliche Konsequenzen teilte die Stadt nichts mit. „Allen Beteiligten ist an Transparenz und Aufklärung gelegen“, heißt es wörtlich seitens der Stadt.

Die Duisburger Wfmb hat Betriebsstellen am Kalkweg in Neudorf, in Neumühl, Röttgersbach und Großenbaum. Ebenso gehört das Restaurant „Der kleine Prinz“ dazu, das bekanntlich an den Kuhlenwall zieht. Das gilt auch für die Ladengalerie „Ars Vivendi“. Auch die Gastronomie im Rheinpark, der „Ziegenpeter“, gehört zur Werkstatt wie auch die Fahrradwerkstatt am Kalkweg.

Die wfbm gGmbH gehört zu 50 Prozent der Stadt Duisburg. Jeweils 25 Prozent haben die Lebesnhilfe Duisburg e.V. und der Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Duisburg inne.