Duisburg: Schweden-Jazz füllt die Kleine Mercatorhalle

Duisburg: Schweden-Jazz füllt die Kleine Mercatorhalle

Die neue Konzertreihe "Mercator-Jazz" startete im Dezember 2016 fulminant mit der WDR Big Band, geriet dann etwas in Turbulenzen (die RP berichtete) - und ist jetzt dank Duisburger Sponsoren wieder ganz da. Das dritte Konzert brachte wieder eine erstklassige Band, nämlich das Hamburger "Tingvall Trio". Klar, dass der Kleine Saal der Mercatorhalle da fast ganz gefüllt war. Der schwedische Pianist Martin Tingvall, der kubanische Bassist Omar Rodriguez Calvo und der deutsche Drummer Jürgen Spiegel mischen skandinavischen Jazz mit klassischen Spielweisen und Elementen aus Folk, Pop und Rock.

Damit sprechen sie mehrere Generationen an. Im Mittelpunkt ihrer derzeitigen Deutschland-Tournee steht ihre jüngste CD "Cirklar". Der schwedische Titel bedeutet "Kreise" - gemeint sind Lebenskreise, vergleichbar den Jahresringen der Bäume, erläutert Martin Tingvall, der dazu von einer 80-jährigen Dame im Radio inspiriert wurde, die erklärte, der Vorteil ihres Alters sei, dass sie ja gleichzeitig acht und 28 und so weiter Jahre alt sei. Der "Skansk Blues" bezieht sich auf Tingvalls Heimat Schonen in Südschweden ("wenn man keinen Blues kann, dann schreibt man eben so etwas").

"Bland Molnen" ("Zwischen den Wolken") wurde angeregt durch den erfolgreichen Auftritt des Trios im Oktober 2017 in der neuen Hamburger Elbphilharmonie: "Im zwölften Stock, backstage, ist man da wie zwischen den Wolken. Da kam diese Melodie um die Ecke." "Sjuan" heißt nicht nur deshalb "Sieben", weil es in einem Siebener-Takt geschrieben ist, sondern auch weil es das siebte Stück auf der siebten CD ist. Das sind überwiegend gelassen leuchtende Balladen - aber die Drei können auch ganz schön losrocken.

  • Duisburg : MercatorJazz in der Mercatorhalle

Diese Musik ist anspruchsvoll, aber leicht zu hören. Das Publikum war hellauf begeistert.

(hod)
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