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Duisburg: Schwarzarbeit für 21 Millionen

Duisburg : Schwarzarbeit für 21 Millionen

Das Hauptzollamt Duisburg hat jetzt seine Jahresbilanz 2011 vorgelegt. Der Schaden durch Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung ist enorm: 21,4 Millionen Euro. Die Zöllner beschlagnahmten rund 800 Kilogramm Drogen.

Jeder fünfte Deutsche gibt zu, schwarz zu arbeiten – und fast jeder Dritte fragt Schwarzarbeit nach. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln in einer Studie. Die Grenze zwischen Schwarzarbeit und Freundschaftsdienst ist fließend. Hilft man einem Freund beim Streichen des Gartenzauns, fällt das wohl in die Kategorie "eine Hand wäscht die andere". Arbeitet man einen Tag oder länger unangemeldet auf der Großbaustelle des befreundeten Unternehmers, wird es brenzlig. Wenn dann Kontrolleure kommen, sollte man schon eine sehr gute Ausrede parat haben.

Schwarzarbeit ist laut Gesetz kein Kavaliersdelikt, sondern kriminell. Sie verstößt unter anderem gegen das Steuer- und Sozialversicherungsrecht. Finanzkontrolleure des Hauptzollamtes Duisburg haben im vergangenen Jahr 11 805 Menschen an ihrer Arbeitsstelle überprüft, zudem kontrollierten sie 1708 Arbeitgeber. Dabei leiteten sie 708 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten und 1093 Ermittlungsverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein.

Der durch Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung verursachte Schaden lag 2011 den Angaben zufolge bei 21,4 Millionen Euro (210: 19,3 Millionen). Bereits verurteilte Straftäter mussten Geldstrafen in Höhe von 2,7 Millionen Euro zahlen. Die Gerichte verhängten im Zusammenhang mit Schwarzarbeit-Delikten viele Freiheitsstrafen. Die Summe liegt bei 112 Jahren und drei Monaten.

Auch bei der Bekämpfung der Rauschmittelkriminalität war das für die Städte Duisburg, Essen, Mülheim, Oberhausen sowie die Kreise Kleve und Wesel zuständige Hauptzollamt im vergangenen Jahr erfolgreich. Bei Straßenkontrollen haben Beamte 28 945 Fahrzeuge und Personen überprüft, vier Spürhunde halfen bei der Suche nach illegalen Substanzen. Mehr als 800 Kilogramm Drogen wurden bei den Verdächtigen sichergestellt. Im Einzelnen: 97 Kilo Marihuana, 13 Kilo Hasch, 24 Kilo Amphetamine, 97 Kilo Kokain, fünf Kilo Heroin und 572 Kilo der Modedroge Kath. Zudem beschlagnahmten die Zöllner 192 425 Ecstasy-Tabletten. Im Rahmen der Kontrollen wurden 91 Personen festgenommen, die Ermittler leiteten 693 Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ein. Die Behörde beschlagnahmte acht Kilo Tabak und insgesamt 571 256 Zigaretten. In 30 Fällen wurde ein Verstoß gegen das Waffengesetz festgestellt.

(RP)