Schulen in Duisburg: Verwaltung legt Musterplan vor

Raummangel : Schulen: Verwaltung legt Musterplan vor

Die Verwaltung hat angesichts des Raummangels an den Duisburger Schulen einen sogenannten Musterraumplan erstellt. Darin definiert sind unter anderem die Ausstattung und Anzahl von Klassenräumen bei Schulneubauten.

Die Stadtverwaltung hat nach Aufforderung der hiesigen Politik auf die zunehmende Raumproblematik an den Duisburger Schulen reagiert und einen sogenannten Musterraumplan für die Primarstufe sowie die Sekundarstufen I und II erstellt. Das Dokument soll – so es denn letztlich den Stadtrat passiert – künftig als Planungsgrundlage für alle Neu-, Um- und Erweiterungsbauten an den Duisburger Schulen gelten. In dem Plan definiert sind unter anderem die Anzahl und Ausstattung von Klassen- und Fachräumen, jeweils gestaffelt nach Schulzügigkeit.

So sollen Klassenräume in Duisburg in der Primarstufe und der Sekundarschule I mindestens 72 Quadratmeter groß sein. Für die Sekundarstufe II geht der Plan von einem Raumbedarf zwischen 48 und 64 Quadratmetern aus, weil dort in Kursstruktur unterrichtet wird. Außerdem sollen Klassenräume künftig eine möglichst direkte Verbindung zu sogenannten Differenzierungsräumen haben, in denen sich die Lehrkräfte zum Beispiel der Sprachförderung oder der Inklusion von bedürftigen Kindern widmen können.

In der Primarstufe sollen die Klassenzimmer dem neuen Musterplan zufolge überdies künftig in insgesamt drei Lernzonen aufteilbar sein, um dem unterschiedlichen Lernniveau der Schülerinnen und Schülern Rechnung tragen zu können. Darüber hinaus sollen alle Klassenzimmer besondere Sitzanordnungen ermöglichen sowie mit modernen, digitalen Arbeitsplätzen ausgestattet werden können.

Auch was den Raumbedarf an sich angeht, macht der Musterraumplan klare Vorgaben. Demnach soll es zum Beispiel in einer vierzügigen Grundschule künftig mindestens 16 Klassenräume, acht Differenzierungsräume, einen Musik-, einen Kunst- und einen Computerraum geben.

Bei einer weiterführenden Schule mit fünf Zügen sind 30 Klassenräume für die Sekundarstufe I sowie 15 Klassenräume für die Sekundarstufe II die neue Mindestanzahl. Schwerpunktschulen in Sachen Inklusion sollen davon abgesehen außerdem einen Pflege- sowie einen Therapieraum vorhalten.

Bei der Erarbeitung sei Wert darauf gelegt worden, ein möglichst hohes Maß an Flexibilität bei der Anwendung und Umsetzung zu wahren, heißt es in dem Dokument. Bei allen Fragen der Schulraumerweiterung sei stets ein vertretbarer Kompromiss zwischen den Anforderungen an ein zeitgemäßes pädagogisches Raumkonzept einerseits sowie den baulichen Gegebenheiten und den finanziellen Möglichkeiten andererseits zu finden. Das Raumprogramm solle daher erst einmal nur bei allen geplanten Schulneubauten Anwendung finden. Bei Schulerweiterungsbauten sei es erforderlich, vor jeder Baumaßnahme die Gegebenheiten vor Ort zu prüfen und im Einzelfall eine etwaige Umsetzung beziehungsweise nötige Änderung des Programms mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten zu entscheiden. Bei Sanierungen im Bestand sei grundsätzlich zu prüfen, inwieweit der Plan auf die vorhandene Schulfläche anwendbar sei.

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