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Duisburg: Schulen auf zwei Säulen

Duisburg : Schulen auf zwei Säulen

Bereits in acht Jahren soll es in ganz Duisburg keine Haupt- und Realschulen mehr geben. Die Umsetzung des Schulkonsens mit der Schaffung neuer Sekundarschulen zwingt zu schnellem Handeln.

"Das ist der größte Umbau der Schullandschaft in den vergangenen Jahrzehnten", sagte Ralf Hörsken, Geschäftsführer der Bildungholding. Keine Sorgen machen müssten sich Eltern von Kindern, die auf einer Haupt- oder Realschule sind oder dort jetzt angenommen wurden: Sie werden dort auf jeden Fall regulär ihren Schulabschluss machen können, versprach Hörsken. Nach dem Willen des Rates soll der im Schulkonsens des Landes vereinbarte Umbau innerhalb von sechs bis acht Jahren vollzogen sein. "Das bedeutet, dass wir in drei Jahren umgestellt haben müssen", so Hörsken.

Die Vorbereitungen haben längst begonnen. Künftig soll bei den weiterführenden Schulen das Zwei-Säulen-Modell gelten — die eine Säule sind die Gymnasien, die andere Gesamt- und Sekundarschulen. Haupt- und Realschulen wird es dann nicht geben — es sei denn, die Eltern wollen etwas anderes.

Der Tod der Hauptschule ist in Duisburg durch die geringen Anmeldezahlen faktisch besiegelt, bei den Realschulen ist dies nicht ganz so eindeutig. "Da müssen wir Überzeugungsarbeit leisten. Sollte der Wunsch nach Realschulen bestehen bleiben, haben wir bei den Informationen etwas falsch gemacht", erklärte der Chef der Bildungsholding.

Erste Sekundarschulen ab 2014

Da jede Sekundarschule ein ausgefeiltes Schulprogramm vorlegen muss, das von der Bezirksregierung genehmigt werden muss, sind umfangreiche Vorbereitungen nötig. Die ersten Sekundarschulen in Duisburg sollen im August 2014 den Betrieb aufnehmen. Prognosen belegen, dass die Schülerzahl in den Duisburger Gymnasien stabil bleiben, die Zahlen der Sekundarschüler sind dagegen rückläufig. Im Schuljahr 2014 / 2015 könnten stadtweit noch 32 Klassen für Fünftklässler gebildet werden, 2017 / 2018 nur noch 29 Klassen.

Diese Klassen müssen dann auf die Bezirke verteilt werden. Einzige Ausnahme: Im Bezirk Homberg / Ruhrort / Baerl wurde kein Bedarf prognostiziert, weil die Kapazitäten der Gesamtschulen ausreichen. In den Bezirken Walsum (eine Sekundarschule), Hamborn (2), Meiderich / Beeck (1), Mitte (2), Rheinhausen (1) und Süden soll die neue Schulform etabliert werden.

Da für Neubauten kein Geld da ist, sollen Sekundarschulen in Gebäuden bestehender Haupt- oder Realschulen entstehen. Wichtigstes Kriterium: Wenn es bereits einen Ganzstags-Betrieb gibt, sind die besten Voraussetzungen gegeben. So sei die Willi-Fährmann-Realschule Rheinhausen ein idealer Standort, befand Hörsken. Sie könnte eine der ersten Sekundarschulen in Duisburg werden.

(RP)