Duisburg: Schule, Asylunterkunft und zurück

Duisburg : Schule, Asylunterkunft und zurück

Steigende Schülerzahlen machen es möglich, die ehemalige Grundschule an der Werthauser Straße wird reaktiviert. Und es gibt weitere Pläne für den Stadtwesten

Auf dem verriegelten Schulhof liegt ein strammer Ast, offenbar ein Überbleibsel des letzten Sturms. Vom Schild, das auf den Lehrerparkplatz hinweist, bröselt die Schrift herunter. Auf regen Schulbetrieb weist an der Werthauser Straße in Hochemmerich nach dem Auszug der Asylbewerber im vergangenen Jahr so gar nichts hin. Noch. Denn unter anderem dieser Standort symbolisiert eine Art Zeitenwende. Laut Aussage der Stadtverwaltung stimmt die Zahl aus dem Jahr 2012 nicht mehr, die von 4000 Schülern pro Jahrgang ausgeht. Bedingt durch eine gestiegene Geburtenrate und durch die Zuwanderung der vergangenen Jahre könne ein einzuschulender Duisburger Grundschuljahrgang 4500 bis 5000 Steppkes umfassen. Es gilt also, Schulraum zu schaffen. Wie wirkt sich das auf den Westen der Stadt aus?

Für den SPD-Ratsherrn Reiner Friedrich ist dabei eines klar: "Die Aufstellung von Containern dient nur dazu, den kurzfristigen temporären Bedarf zu decken." Neu- und Ausbauten müssten her. Für den Bezirk Rheinhausen bedeutet das für den Grundschulbereich unter anderem, dass die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Beethovenstraße um einen Zug erweitert würde, der dann in der reaktivierten ehemaligen GGS Werthauser Straße unterkommt. Friedrich erklärt: "Die momentane Kapazität beträgt drei Züge, die Nachfrage für 18/19 beträgt vier Eingangsklassen. Die Perspektive zeigt aber, dass hier dauerhaft vier Eingangsklassen benötigt werden. Zwei mobile Klassen (Container) werden bis Sommer 2018 aufgestellt. Raumressourcen sind aber aufgrund der jetzt schon ersichtlichen Anmeldezahlen aufgebraucht, so dass ab Sommer 2019 eine dauerhafte Erweiterung gewährleistet werden muss." Aus diesem Grunde solle an der Werthauser Straße eine Dependance mit Ganztag eingerichtet werden.

Die Zahlen erfordern es: Auch die GGS Mevissenstraße in Bergheim soll um einen Zug durch Neubau erweitert werden, die momentane Kapazität betrage drei, die momentane Nachfrage 18/19 erfordere aber vier Eingangsklassen. Für die zukünftige Perspektive würden auch vier Eingangsklassen benötigt. "Zwei mobile Klassen werden bis zum Sommer 2018 aufgestellt."

Und so sieht es aus bei den weiterführenden Schulen: Die Rheinhauser Heinrich-Heine-Gesamtschule wird um eine Klasse auf dauerhaft sechs Züge durch Neubau geplant. Vier mobile Klassen werden bis Sommer 2018 aufgestellt. "Die Raumkapazitäten werden aufgrund der zu erwartenden Nachfrage nicht lange vorhalten, so dass nach derzeitigem Stand eine dauerhafte Neubauplanung erfolgen muss." Des weiteren soll die Erweiterung der Sekundarschule Rheinhausen um zwei auf sechs Züge durch Reaktivierung des auslaufenden Hauptschulstandortes Friedrich-Ebert-Straße erfolgen. Ebenso solle ein Teil des benachbarten Willy-Brandt-Berufskolleg einbezogen werden.

In Homberg gestaltet sich der Umbau der Schullandschaft laut Aussage Friedrichs wie folgt: Die GGS Ottostraße wird um einen Zug durch Reaktivierung der Ex-Förderschule Pestalozzistraße erweitert. "Hierzu sind Umbauten notwendig, die Raumressourcen reichen aber aus."

(RP)
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