Schulanfang: Schulwege in Duisburg sind sicherer geworden

„Elterntaxi“-Haltestellen sorgen für mehr Übersicht : Schulwege sind sicherer geworden

Mit Schärpe und Kelle sorgten viele Jahre lang die Schülerlotsen für mehr Sicherheit vor den Schulen. In Duisburg ist das Vergangenheit. Wie die Verkehrswacht mitteilt, werden zurzeit keine neuen Schülerlotsen mehr ausgebildet.

Günter Walter von der Verkehrswacht Duisburg sieht es als ein positives Signal: Die in Homberg beheimatete Einrichtung bildet keine Schülerlotsen mehr aus. „Inzwischen ist die unmittelbare Umgebung an den Schulen mit Ampeln, Zebrastreifen und Tempo 30 so gesichert, dass wir keine neuen Schülerlotsen mehr brauchen“, sagt Walter.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es für Kinder im Straßenverkehr nicht auch gefährlich werden kann. So ist die Zahl der verunglückten Kinder bei Verkehrsunfällen in Duisburg in den vergangenen Jahren konstant geblieben. Etwa 170 Kinder sind in unserer Stadt jährlich in Verkehrsunfälle verwickelt. Nach dem Verkehrsbericht der Polizei Duisburg waren es 2018 insgesamt 173 Kinder unter 15 Jahren. 79 mal (46 Prozent) waren sie dabei als Fußgänger unterwegs, 49 mal (28 Prozent) als Fahrradfahrer. Die übrigen verteilen sich vor allem auf mitfahrende Kinder im Auto oder Kinder, die mit Bus und Bahn unterwegs sind. Die Polizei führt auch statistische Erhebungen bei Schulwegsunfällen. „Unfälle mit Kindern im Zusammenhang mit dem Schulweg. haben wir in Duisburg zwischen 20 und 30 pro Jahr“, berichtet Polizeisprecherin Stefanie Bersin auf Anfrage unserer Zeitung. 2017 waren es 25, 2018 gab es 28 Schulwegsunfälle, in diesem Jahr bisher zwölf.

„Kinder sind gefährdeter als andere Verkehrsteilnehmer: Sie sind kleiner, unerfahrener, und sie können Geschwindigkeiten schlechter einschätzen“, so die Polizeisprecherin. „Da hilft nur eins: üben, üben, üben.“ Dabei stehe die Polizei den i-Dötzchen mit Rat und Tag beiseite. „Wir haben mehr als 50 Bezirksbeamte in Duisburg. Die sind jeweils auch bestimmten Schulen zugeordnet. Die Beamten sind in den ersten Schultagen vor Ort und begleiten die Schüler auf ihrem Weg.“ Mit ihren Transparenten wie „Runter vom Gas“ oder „Schule hat begonnen“, versucht die Verkehrswacht gerade die Autofahrer vor dem Schulbeginn am Mittwoch noch einmal zu sensibilisieren.

„Das geschieht in Absprache mit der Polizei, die gerade in den ersten Schultagen vor den Schulen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vornimmt“, erklärt Günter Walter von der Verkehrswacht. Die Verkehrswacht empfiehlt Eltern, gerade mit den Sechsjährigen in den Tagen vor der Einschulung schon einmal den Schulweg abzugehen. „Erst geht man zusammen, dann lässt man die Kleinen zwei, drei Schritte vorausgehen und beobachtet sie. Dann kann man die Kinder fragen, warum sie sich so verhalten und Fehler so korrigieren“, so Walter. „Der kürzeste Weg ist nicht immer auch der sicherste“, sagt der Verkehrsexperte. Verantwortungsbewusste Eltern müssten dies berücksichtigen.

Gute Erfahrungen habe man auch mit den „Elterntaxi“-Haltestellen gemacht. Damit Mama oder Papa morgens nicht bis vors Klassenzimmer fahren und für ein Verkehrschaos vor dem Schultor sorgen, gibt es diese Eltern-Haltestellen. Dort soll angehalten werden, die Kinder steigen aus und gehen die letzten 200 oder 300 Meter selbstständig bis zur Schule. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, weil sich die Situation unmittelbar vor dem Schuleingang entspannt und viel übersichtlicher bleibt.“

Für Walter ist das aber auch nur die zweitbeste Lösung: „Besser wäre es, die Kinder würden gleich von zu Hause zur Schule laufen. Ein bisschen Sauerstoff vor Schulbeginn kann sicher nicht schaden.“

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