Duisburg: Schützen: Rücksicht tut finanziell weh

Duisburg : Schützen: Rücksicht tut finanziell weh

Neue Majestäten auf dem Thron: Schützen aus Großenbaum und Mündelheim/Ehingen schossen den Vogel ab. Die Party am Freitagabend wurde mit Rücksicht auf die Nachbarschaft gestrichen.

Das Pfingstfest nutzen die Schützen im Duisburger Süden von jeher, um ihre Traditionen zu pflegen, so auch diesmal. Die Großenbaumer St. Hubertus-Schützen feierten ihr 106. Schützenfest, die Mündelheimer St. Sebastianus Schützenbruderschaft ermittelte ihren neuen Schützenkönig.

Dass verstärkte Sicherheitsauflagen auch bei Volksfesten greifen, merkte man beim Großenbaumer Schützenfest. Beim Betreten des Festplatzes an der Saarner Straße nahmen die Security-Mitarbeiter das Publikum genau in Augenschein. Dazu gehörten auch zeitweilig Taschenkontrollen, die die Betroffenen mit großer Gelassenheit hinnahmen.

Viel beachtet: Der Umzug der Großenbaumer Schützen, hier auf der Lauenburger Allee. Foto: Jörg Schimmel

Drei Tage stand Großenbaum im Zeichen der Schützen, am Samstag wurde das Fest nach guter alter Schützentradition mit der Festmesse in der St. Franziskus-Kirche und dem feierlichen "Großen Zapfenstreich" auf dem Festplatz gestartet.

Dass Schützen aber nicht nur Traditionen pflegen, sondern auch zünftig feiern können, wurde im Festzelt an den drei Party-Abenden mit der bewährten Stimmungsband "Herzschlag" mehr als deutlich. Eigentlich ging es in den Jahren zuvor auch bereits am Freitagabend stimmungsmäßig hoch her. Nach Beschwerden aus der Nachbarschaft hat man dieses "Highlight" allerdings ersatzlos gestrichen. Brudermeister Michael Jansen: "Wir wollen Rücksicht nehmen und vernünftig miteinander auskommen." Die Einbußen durch den Verzicht "um des lieben Friedens Willen" sind allerdings beträchtlich: "Das tut uns finanziell ganz schön weh."

Meinhardt Töpfer aus Großenbaum und Frau Anke traten ab. Foto: Jörg Schimmel

Das hinderte die Verantwortlichen der St. Hubertus-Bruderschaft nicht daran, auch in diesem Jahr wieder ein tolles Programm auf die Beine zu stellen. Höhepunkt neben dem Festumzug am Sonntag war der Auftritt der Dudelsack-Band "The Rhine Area Pipes & Drums". Die Düsseldorfer treten im Stil der schottischen Militär-Bands auf und begeisterten auch die Großenbaumer total. "Das ist das Geschenk an unseren Spielmannszug, der in diesem Jahr sein 70. Jubiläum feiert", so Michael Jansen.

Das eigentliche Schützenfest steht der Schützenbruderschaft Mündelheim-Ehingen noch bevor. So richtig gefeiert wird erst am dritten September-Wochenende. Die neuen Majestäten (König, Prinz und Schülerprinz) stehen dann aber bereits fest. Sie werden nämlich bereits immer zu Pfingsten auf dem Schießplatz im Ehinger Wäldchen ermittelt.

Michael Bohé ist neuer König, Friederike Kessel Kronprinzessin. Foto: Heidrich

Inmitten der "grünen Idylle" wird aber nicht nur auf den Holzvogel geschossen, sondern auch nicht zu knapp "Party gemacht".

Am Freitagabend tanzte die Jugend bis weit in die sommerliche Nacht. "Das lief wieder ganz prima, es gab keine Probleme", freut sich Pressesprecher Frank Salomon über den Veranstaltungsverlauf.

Am Samstagabend ging's mit der "Wäldchenparty" für die Älteren weiter. DJ Deto fand mit seinen Rock-, Pop- und Schlagersongs den richtigen Ton, und nach einigen Bierchen wagte auch der eine oder andere männliche Besucher mutig ein Tänzchen.

(RP)
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