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Schnelles Internet an Duisburgs Schulen

Netzausbau : Schnelles Internet für Duisburgs Schulen

Mit einem Aufwand von insgesamt 4,5 Millionen Euro sollen alle Duisburger Schulen ans Breitbandnetz angeschlossen werden. RP, RP Online und die Sparkasse sind der Frage nachgegangen, was die Stadt vor hat.

Linda Krukewitt weiß, wie’s geht. Die Lehrerin am Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) in Rumeln-Kaldenhausen unterrichtet Physik, Informatik und Geschichte, leitet in diesem Jahr die dortige „Herbstakademie“ und ist firm im Umgang mit Laptop & Co. Sie weiß aber auch, dass langsames Internet den Unterricht auch schon mal ausbremsen kann. Das soll sich bessern, und Schulleiter Steffen Jelitto ist da durchaus optimistisch: „Wir sind glücklich darüber, was uns die Stadt Duisburg an Ausrüstung bieten kann“, sagt er ganz ohne Ironie. Er weiß aber auch, dass es natürlich noch besser sein könnte. Zum Beispiel mit schnellerem Internet: „Wenn sich in einem Informatikkurs 15 Schüler gleichzeitig einloggen, werden so viele Daten gezogen, dass es schon mal länger dauern kann.“

Abhilfe naht: Der Rat der Stadt hat in seiner jüngsten Sitzung Anfang Oktober dem Breitbandkonzept der Stadt zugestimmt. Das hat es sich zum ehrgeizigen Ziel gemacht, bis Ende 2020 alle weiterführenden Schulen in Duisburg ans Breitbandnetz anzuschließen. Jawohl: alle weiterführenden Schulen. 100Mbit/s sollen die Leitungen dann hergeben.

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Mit Hilfe des jetzt vorgelegten Breitbandkonzeptes soll systematisch dargelegt werden, wie die Schulen technisch auf die Anforderungen der Digitalisierung vorbereitet werden und welche Investitionen und Anschaffungen dafür erforderlich sind. Die Notwendigkeit ist unbestritten. In der entsprechenden Verwaltungsvorlage heißt es: „Aufgrund neuer, komplexer Anforderungen an den Schulalltag ist eine flexible Handhabung der digitalen Medien zwingend erforderlich. Hierzu gehört unbedingt ein schneller Zugriff auf Informationen beziehungsweise die diversen Möglichkeiten der Kommunikation über einen breitbandigen Internetzugang. Hier besteht an den Duisburger Schulen ein erhöhter Handlungsbedarf.“ Das Konzept listet insgesamt 54 Schulstandorte stadtweit auf, die davon profitieren sollen. Dies gilt für alle weiterführenden Schulen einschließlich der Berufskollegs und etwaiger Zweitstandorte. Grundschulen sollen ebenfalls partizipieren, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe des zu schaffenden Leitungsnetzes für die weiterführenden Schulen befinden, ansonsten soll die Anbindung der Grundschulen in einem zweiten Schritt innerhalb der nächsten vier Jahre erfolgen.

Technisch ist vorgesehen, die Schulen über ein Lichtwellenleiternetz (LWL) anzuschließen. Dies übernimmt die Duisburg CityCom GmbH (DCC), eine hundertprozentige Tochter der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV). Neue Stichleitungen an den Schulen sollen den Anschluss über freie Lichtwellenleiter des bestehenden Netzes der DCC gewährleisten. Die DCC betreibt seit 1996 ein derartiges Lichtwellenleiternetz, das inzwischen auf eine Länge von 130 Kilometern ausgebaut wurde. Im Rahmen des Projektes sollen die teilnehmenden Schulen in einem Schulnetz zusammengefasst werden. In den einzelnen Schulen sollen entsprechend leistungs- und zukunftsfähige Inhouse-Verkabelungen und aktive Techniken verbaut werden. „Das ist mindestens genau so wichtig, denn der Flaschenhals ist gar nicht unbedingt das Datenkabel, sondern die Weiterleitung innerhalb der Schule selbst“, sagt Steffen Jelitto. MINT-freundliche Schule ist das AEG schon lange, bald darf sie sich auch „digitale Schule“ lernen. 90 von 120 Kindern hatten sich für das Pilotprojekt „Informatik für die fünfte und sechste Klasse“ interessiert – prompt wurden drei Kurse eingerichtet, um kein Kind außen vor zu lassen. Inzwischen sind die Klassen im zweiten Obergeschoss alle mit Beamer und Lautsprecher ausgestattet, und doch ist noch viel zu tun. Viele neue access points sollen möglichst bald für flächendeckendes, schnelles WLAN in allen Klassenräumen sorgen.

 Das sind schon beeindruckende Zahlen, die das Berliner Otto-Nagel-Gymnasium da vorweisen kann.
Das sind schon beeindruckende Zahlen, die das Berliner Otto-Nagel-Gymnasium da vorweisen kann. Foto: RP/Bro Media

Wie die digitale Schule der Zukunft aussehen kann, hat Dennis Friebe von der Berliner Agentur BroMedia am Beispiel des Otto-Nagel-Gymnasiums in Berlin bei der Auftaktveranstaltung zum Masterplan Digitalisierung in Duisburg eindrucksvoll demonstriert: WLAN in allen Räumen, kreidefreie Schule dank Smartboards in allen Räumen, E-Mail-Adressen für Lehrer/Schüler/Personal, self-hosted Cloud-Speicher für das Kollegium durch BroMedia, eine schuleigene Kommunikations- und Lernplattform, digitale Klassen- und Schulbücher. Möglich gemacht wurde dies unter anderem auch durch die Anschaffung von insgesamt 915 MacBooks beziehungsweise iMacs für 819 Schüler und 74 Lehrer. Diese Hardware für die Schüler wurde von den Eltern finanziert. Von einer solchen Ausstattung sind Duisburger Schulen wie das Albert-Einstein-Gymnasium noch ein ganzes Stück entfernt. Aber die Schaffung von schnellen Leitungen könnte schon mal ein guter Anfang sein.

(mtm)