1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Schluss mit der Warterei an den Duisburger Recyclinhöfen

Digitalisierung bei den Wirtschaftsbetrieben : Schluss mit der Warterei

Lange Schlangen und Wartezeiten an den Recyclinghöfen haben viele Duisburger in den vergangenen Wochen genervt. Die Wirtschaftsbetriebe wollen nun mit digitaler Technik unnötige Wartezeiten vermeiden. Noch ist dies in der Testphase.

In Echtzeit wird die Wartezeit, die die Kunden bis zur Eingangskontrolle auf dem Recyclinghof Nord benötigen, auf der Internetseite der Wirtschaftsbetriebe unter www.wirtschaftsbetriebe-duisburg.de angezeigt. Außerdem wird über Sensoren die Auslastung auf der Abladeplattform erfasst. Sie zeigt für jeden sichtbar an, vor welchem Container gerade ein Auto steht und wo nicht. Die Erfassung verfolgt anonymisiert, um den Datenschutz zu wahren. Möglich macht dies ein Projekt der Wirtschaftsbetriebe mit dem Aachener Start-up-Unternehmen SO NAH, die die Sensoren und die Software dafür liefert und an die Bedürfnisse der WBD anpasst. Das Modell wird erst einmal im Norden erprobt, könne aber auch in anderen Recyclinghöfen implementiert werden, erklärte WBD-Chef Thomas Patermann. Der Haken: „Der Recyclinghof im Westen hatte zuletzt die längsten Wartezeiten. Da hier die meisten Autos in der Warteschlange nicht auf dem Hof, sondern der Straße stehen, müssten die Sensoren dort an den Straßenlaternen angebracht werden. Das werden wir dann mit der Stadtwerke-Tochter Netze Duisburg absprechen“, so Patermann. Die Kunden wüssten dann, wie lange die Wartezeit ist und dies einplanen beziehungsweise dann einen anderen Recyclinghof aufsuchen, wo es deutlich schneller geht.

  • Schlange vor dem Hof an der
    Bürgermonitor : Recyclinghof Mitte öffnet – aber nur für Grünes
  • Erlaubt sind nur Grünabfälle : Recyclinghöfe in Duisburg öffnen wieder
  • Rund 50 Autos warten am Donnerstag
    Wartezeiten bis zu zwei Stunden : Recyclinghöfe völlig überlastet

David Hoffmann, Leiter des Bereichs Digitale Innovation und Transformation bei den Wirtschaftsbetrieben, ist seit einigen Monaten mit der Umsetzung einer Digitalstrategie befasst. Er stellte am Donnerstag auch andere digitale Projekte vor, die getestet und weiterentwickelt werden.

Dazu gehört auch die mit dem Berliner Start-up Enway umgesetzte Idee einer autonom fahrenden Kehrmaschine. „Sie fährt nach Betriebsschluss selbstständig über das Gelände des Recyclinghofs, kippt den Kehricht von allein ab und fährt dann auch wieder in ihr Zelt zurück“, erläutert Norbert Lorenz, WBD-Geschäftsbereichsleiter Stadtreinigung. Bis ein solches Gefährt einmal autonom Duisburgs Straßen kehrt, werde es aber noch Jahre dauern. Weiteres Projekt ist ein 3D-Scan des gesamten Hofgeländes, das die Standorte der Container anzeigt. Das hilft dabei, den Kofferraum so zu beladen, dass Besucher effizient ausladen können. Eine weitere digitale Umsetzung befasst sich damit, wie mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Füllstände und Fehlwürfe von Containern erfasst werden. Damit lassen sich zum Beispiel Plastiktüten aus dem Behälter für Grünschnitt schnell aussortieren. Die Digitalprojekte schlagen mit einer sechsstelligen Summe zu Buche, von der ein Großteil für die Qualifizierung von Mitarbeitern verwendet werde, erklärte Patermann. Die Finanzierung erfolge durch einen Sondertopf und gehe daher nicht in die Gebührenkalkulation ein, so lange die Projekte noch in der Testphase sind.