Duisburg: Schlosskirchen-Musik in der Friedenskirche

Duisburg : Schlosskirchen-Musik in der Friedenskirche

Auch die 21. Sommerlichen Orgelkonzerte in der evangelischen Friedenskirche Hamborn, jeden Mittwoch in den Sommerferien, sind für Besonderheiten gut. Beim zweiten Abend für dieses Jahr gab es jetzt erstmals "Musik aus sächsischen Schlosskirchen für Barockoboe und Orgel", gespielt von dem Kölner Ensemble "Concert Royal" in seiner Minimalbesetzung Karla Schröter (Barockoboe) und Willi Kronenberg (Orgel).

Die Besetzung "Oboe und obligate Orgel" entwickelten die sächsischen Nachfolger von Johann Sebastian Bach, so dass auch hier überwiegend Werke seiner Schüler und Enkelschüler erklangen, oft Choralvorspiele. Bemerkenswert zwei vierstimmige Fantasien für Oboe und Orgel, die in F und die schon zu ihrer Zeit besonders bekannte in f, von dem Bach-Schüler Johann Ludwig Krebs (1713-1780), Bachs frühes und knappes Präludium und Fuge g-Moll BWV 535 für Orgel sowie die erst kürzlich entdeckte, aber höchst hörenswerte "Sonata à Oboe solo col Basso" HoWV XI. 1 von dem Bach-Schüler Gottfried August Homilius (1714-1785). Das historische Blasinstrument verband sich gut mit den 22 charakteristischen Registern der 1974 von der sächsischen Firma Eule erbauten Orgel der Friedenskirche. Das Duo spielte hier zunächst noch wie mit angezogener Handbremse, mit teilweise sogar etwas ungelenker Artikulation und Phrasierung. So richtig in Fahrt kamen sie erst mit eher galanten Werken wie der Fantasie Es-Dur für Orgel von dem Bach-Schüler Johann Gottfried Müthel (1728-1788), der dann bis zu seinem Tod in Riga lebte, und der Partita C-Dur für Oboe und obligate Orgel von Johann Wilhelm Hertel (1727-1789), der in Potsdam Schüler des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel war.

Im nächsten Sommerlichen Orgelkonzert an der Duisburger Straße 174 am Mittwoch, 15. Juli, um 20 Uhr, gastiert der Moerser Kantor Axel Berchem mit Werken aus dem 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Der Eintritt zu den Orgelkonzerten kostet jeweils sechs Euro. Nach dem Konzert wird zum Umtrunk und zum Gespräch mit den Künstlern eingeladen; bei schönem Wetter im Kirchgarten, bei schlechtem Wetter in der Sakristei.

(hod)
Mehr von RP ONLINE