Duisburg: Schließung vorerst abgewendet

Duisburg: Schließung vorerst abgewendet

Die städtischen Zuschüsse für das Kruppseebad werden zunächst weiter fließen. Eine rot-rot-grüne Mehrheit im Rat hat die von der Stadtspitze angedachte Sparmaßnahme abgelehnt. Das letzte Wort zum frisch verabschiedeten Haushalt hat jedoch der Regierungspräsident.

Der geschäftsführende Vorstand des SV Rheinhausen hatte sich extra Karten für die alles entscheidende Ratssitzung am Montag besorgt. Hautnah dabei sein wollte man, wenn die Ratsmitglieder über die Zukunft des Vereins abstimmten.

Entsprechend groß war die Anspannung, als der Tagesordnungspunkt "Freibad Kruppsee" aufgerufen wurde. Dann die Entscheidung: SPD, Grüne und Linke stimmten gegen die von der Stadtspitze vorgeschlagene Streichung des städtischen Zuschusses zur Beheizung des Freibades Kruppsee – die geplante Sparmaßnahme war mehrheitlich abgelehnt.

Die Schließung des Beckens ist damit abgewendet – vorerst. Denn letztlich entscheidet Regierungspräsident Jürgen Büssow über den mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün verabschiedeten Haushalt – und damit auch über die Zukunft des Kruppseebades.

"Wie es nun weitergeht, bleibt abzuwarten", so Thomas Leiding, Pressesprecher des SV Rheinhausen. "Sollte der Regierungspräsident den Ratsentscheid akzeptieren, haben wir einen großen Schritt in Richtung Erhalt des Kruppseebades gemacht. Sollte Düsseldorf sich dagegen entscheiden, kommt auch dieser Zuschuss eventuell noch einmal auf den Prüfstein."

Der Vorsitzende des SV Rheinhausen, Lothar Haferkamp, und Geschäftsführer Klaus Mittmann zeigten sich dennoch erleichtert: "Vernunft und Verhältnismäßigkeit haben sich durchgesetzt." Rund 78 000 Menschen im Duisburger Westen stehe weiterhin ein beheiztes Freibad zur Verfügung. "Dies ist erst einmal ein toller Erfolg und bestätigt, dass die Bemühungen des SVR und seiner Sympathisanten sich gelohnt haben."

Auch die Rheinhauser Politik begrüßte den Beschluss. "Ich beglückwünsche den Rat für diese Entscheidung", sagte Ferdi Seidelt, Fraktionschef der CDU in der Rheinhauser Bezirksvertretung. Er hoffe nur, dass der Regierungspräsident dem nun auch folge. Wenn nicht, sei das "rot-rot-grüne Experiment" missglückt. "Aber auch das würde nicht das Ende das Kruppseebades bedeuten", so Seidelt. "Dann fangen wir erst richtig an zu kämpfen. Wir werden Sponsoren suchen, Stiftungstöpfe anzapfen und alles dafür tun, um das Bad zu erhalten."

SPD-Fraktionschef Manfred Krossa bezeichnete die Ratsentscheidung als "wichtig und gut". Man habe auf der anderen Rheinseite auf die Rheinhauser Bezirksvertreter gehört. "So verstehen wir politische Arbeit."

Grünen-Bezirksvertreter Heiner Leiße konnte sich eine Spitze in Richtung Christdemokraten nicht verkneifen: "Unsere Ratsfraktion ist unseren Vorschlägen aus dem Bezirk gefolgt – was die CDU nicht von sich behaupten kann."

(RP)