Duisburg: Schlammschlacht auf dem Weg zur Kita

Duisburg : Schlammschlacht auf dem Weg zur Kita

Eltern beschweren sich über den Zustand des Parkplatzes an der Kita Am Förkelsgraben: Der bestehe nur noch aus Pfützen und Matsch. Die Stadt sichert eine kurzfristige Instandsetzung zu.

Für viele Mütter der Kindergartenkinder vom Förkelsgraben ist es ganz normal, dass sie auch ihre längst dem Kleinkindalter entwachsenen Sprösslinge vom Parkplatz zur Kita und zurück tragen. Oder dass sie, wo das nicht mehr geht, ihnen Plastik-Überzieher über die Schuhe streifen. Denn die vor dem Einsteigen ins Auto abzunehmen ist immer noch weniger mühsam, als das von den Schuhen der Kinder völlig verdreckte Auto zu reinigen. All das sind Vorkehrungen gegen die zahlreichen Schlaglöcher vor der Kindertagesstätte.

Bis zu 13 Zentimeter tief ist dieses Schlagloch. Torsten Sendt fürchtet um den Unterbau seines Autos. Foto: Udo Milbret

Daniela Schmitt, Mutter von Lisa (5), engagiert sich dort im Elternrat. Sie hat ein eindrucksvolles Foto mit ihrem Smartphone geschossen. Es zeigt, dass nach einem starken Regen fast ein Drittel der einspurigen Zufahrt eine riesige Pfütze ist. Da sieht man dann als Autofahrer nicht mehr, wo sich am Straßenrand noch Asphalt befindet. In der Folge wühlen sich viele Fahrer mit dem rechten Reifen durch den Matsch.

Viele Mütter tragen selbst Wanderschuhe auf ihrem Weg durch den Matsch. "Wenn ich einen Termin habe, muss ich Wechselkleidung mitbringen", berichtet Tanja Günnewig, die Mutter von Katharina und Julia (beide fünf Jahre alt). Mit schmutzigen Schuhen oder vom Pfützenwasser bespritzten Beinkleidern könne sie sich nicht überall sehen lassen.

Die Väter haben ähnliche Sorgen. "Ich fahre einen Firmenwagen", berichtet Pascal Schiller. Damit bringt er Tochter Jennifer (4) zur Kita. "Anschließend kann ich in die Waschstraße fahren." Sein Firmenwagen mit Außenaufdruck sei schließlich dazu da, das Unternehmen nach außen hin zu repräsentieren.

Torsten Sendt, Vater von Florian (4), hat nachgemessen: Auf neun bis 13 Zentimeter belaufen sich die Höhenunterschiede zwischen den Schlaglöchern und ihren Rändern. Stehen sie unter Wasser, nimmt man die Kanten nicht wahr. Die Väter haben die Sorge, dass sie sich den Unterbau ihrer Autos beschädigen.

Papatya Özayneci, Mutter von Mustafa (5) sowie den Zwillingen Melis und Medine (beide 3), führt eine Reifenpanne, nach der sie kürzlich einen Reifen wechseln lassen musste, genau darauf zurück. "Wir hatten ständig Luftverlust." Es sei der rechte Vorderreifen gewesen, mit dem sie meist durch das tiefste Schlagloch müsse.

Den Eltern ist es schleierhaft, wie die Stadt die Zufahrt so verkommen lassen kann. Daniela Schmitt hat sich darüber Anfang Dezember beim städtischen Immobilien-Management (IMD) beschwert. Dem gehört das Gebäude der Kita. Als Antwort bekam sie zunächst, man müsse die Zuständigkeiten prüfen. Aber erst auf Nachfrage im Februar erfuhr sie beim IMD, dass die Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) den Parkplatz im Auftrag des Amtes für Umwelt und Grün verwalten.

Die Hüttenheimer Eltern rechnen nicht damit, dass der Missstand dauerhaft behoben wird. "Sie kippen alle paar Jahre Splitt in die Löcher. Das hält dann bis zum nächsten Winter", sagt Torsten Sendt. Offenbar hätten die Verantwortlichen die Dinge nicht im Blick. "Sonst wüssten sie, was wir meinen." "Sie haben die Fotos von mir aber bekommen", sagt Daniela Schmitt.

Nach einem Ortstermin teilt Stadtsprecherin Gabi Priem mit, die Eltern parkten unter anderem links und rechts des asphaltierten Zuwegs zur Kita. "Das ist keine Parkfläche", gibt sie zu bedenken. Natürlich sei es dort "je nach Wetterlage uneben und matschig". Der Parkplatz selbst werde kurzfristig instandgesetzt. Man prüfe eine dauerhafte Sanierung.

(RP)
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