Duisburg Schadensbilanz auf der Rheinbrücke

Duisburg · Eigentlich sollte die A 40 während der Zeit der gesperrten Stadtautobahn uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Doch wegen der Dringlichkeit rückt Straßen. NRW nun schon ab morgen wieder auf der Rheinbrücke an.

Duisburg: Schadensbilanz auf der Rheinbrücke
Foto: Hohl, Ralf

Vom morgigen Mittwoch, 8. Oktober, bis zum Freitag, 20. Oktober, wird Straßen.NRW die Verkehrsführung auf der A 40-Rheinbrücke Neuenkamp ändern. Denn ab Freitagmorgen kann der Verkehr dann nur noch über zwei eingeengte Fahrstreifen je Richtung laufen. Bislang waren es drei Fahrstreifen. Der Grund sind anstehende Untersuchungen, mit denen Landesbetrieb das aktuelle Schadensbild der Brücke konkreter erfassen will, um dann entscheiden zu können, was an kurzfristigen Instandsetzungs- und Verstärkungsmaßnahmen erforderlich ist. Dafür müssen die äußeren Fahrstreifen entlastet werden.

Wegen des schlechten Allgemeinzustandes der Brücke kann auch nicht auf das Ende der Sanierungsarbeiten auf der A 59 bei Duisburg gewartet werden. Dort sollen Ende Oktober die Arbeiten beendet sein.

Die Einschränkung auf vier Fahrspuren wird mindestens drei Monate dauern. Zusätzlich sollen noch vor dem Wintereinbruch an einzelnen Wochenenden, beginnend mit dem kommenden Wochenende 11. und 12. Oktober, akut aufgetretene Risse geschweißt werden. Während dieser anspruchsvollen Arbeiten kann der Verkehr phasenweise nur über eine Fahrspur je Richtung laufen. Lastwgen dürfen die Brücke weiterhin befahren, allerdings nur bis zu einem Gesamtgewicht von 44 Tonnen.

Die Rheinbrücke Neuenkamp ist mit der ebenfalls geschädigten Brücke im Verlauf der A1 bei Leverkusen vergleichbar. Die Brücke Neuenkamp ist allerdings fünf Jahre jünger (Baujahr 1970) und hat etwas weniger Verkehr zu verkraften. Täglich fahren rund 100 000 Fahrzeuge darüber, davon etwa 11 000 Lastwagen. Bei Leverkusen sind es immerhin 120 000 Fahrzeuge mit einem Lkw-Anteil von weit über 14 000. Als die beiden Rheinbrücken geplant und gebaut wurden, wiesen die Verkehrsprognosen deutlich geringere Zahlen aus. Sie haben sich im Vergleich zu den damaligen Prognosen vervierfacht.

Die aktuellen Verkehrsmengen werden jetzt zunehmend zu einem Problem. Die Stahlkonstruktionen der Brücken zeigen deutliche Ermüdungserscheinungen, die zu den bekannten Rissbildungen führen, so dass beide Brücken durch einen modernen und tragfähigeren Neubau ersetzt werden müssen. In Leverkusen laufen die Planungen auf Hochtouren, der Baubeginn ist für 2017 angepeilt.

In Duisburg wurde eine "Machbarkeitsstudie" für einen Ersatzneubau in Auftrag gegeben, die die Rahmenbedingungen für einen Neubau festschreiben soll. Insofern ist der Zeitplan noch nicht genau bestimmbar.

Für die Experten von Straßen.NRW heißt das, die Brücke muss den Verkehr noch einige Jahre aufnehmen. Die aktuellen Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, wie umfangreich die Schäden sind, die teilweise verdeckt und nicht mit dem Auge zu erkennen sind.

(RP)
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