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Rückendeckung aus der eigenen Partei: Sauerlands CDU will kämpfen

Rückendeckung aus der eigenen Partei : Sauerlands CDU will kämpfen

Vor der Christdemokratischen Mittelstandsvereinigung zog OB Sauerland politische Bilanz und sicherte sich für das anstehende Abwahlverfahren die Unterstützung seiner Parteifreunde.

Adolf Sauerland rechnete am Dienstagabend beim traditionellen Martinsgans-Essen der CDU-Mittelstandsvereinigung — erstmals in den Räumen des ASC Amateur-Schwimmclubs — mit seinen politischen Gegnern ab und stellte außer Frage, dass er nicht freiwillig seinen Stuhl räumt, auch wenn das vielleicht mancher erwarte. Seine Parteifreunde sicherten ihm ihre Unterstützung zu und ermunterten ihn, sich gegen die anhaltenden Unterstellungen, Anfeindungen und Beleidigungen offensiv zur Wehr zu setzen.

MIT-Vorsitzender Benno Lensdorf sprach aus, was viele dachten: Es gehe nicht mehr um die Loveparade und ihre Opfer. Sondern die Initiative Neuanfang für Duisburg verfolge nur das politische Ziel, die Machtverhältnisse im Rathaus zu ändern, sagte er. Sauerland beschrieb, wie öffentliche Meinung seit Wochen inszeniert werde. Da würden wie bei der Weihnachtsmarkteröffnung wenige Protestler vor Fernsehkameras postiert, um bewusst einen falschen Eindruck zu erzeugen.

Da werde in Internetforen die Lüge verbreitet, er habe seine Familie verlassen und lebe zusammen mit einer Türkin in Mülheim. Die Initiative versuche vorzuschreiben, "was wir im Rathaus zu tun haben". Dabei gehe die Stadt mit ihr kooperativer um als beispielsweise seinerzeit OB Zieling und Stadtdirektor Brandt mit den Forensik-Gegnern. "Aber das haben diese Akteure ja alles vergessen."

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Ihre Vorwürfe, seit Sauerland werde zu Lasten der Bezirke in die City investiert, und das auch noch an den Interessen der Duisburger vorbei, seien gerade abenteuerlich. Ebenso die, dass Chefposten in der Stadt unter CDU-Treuen verteilt würden. Unter den vielen tausend Mitarbeitern sei nicht einmal eine Handvoll Christdemokraten in Spitzenämtern, wohl aber Mitarbeiter ohne Parteibuch, die früher keine Aufstiegschance bekommen hätten, "weil bis 2004 sogar der erste Mann an der Mülltonne einen hoch-politischen Job hatte."

Sauerland zeichnet auf, wie verheerend die Finanzlage der Stadt ist und dass die Rot-Rot-Grüne Mehrheit im Rat zusammen mit einer linksorientierten FDP keinerlei Sparwillen zeige, so aber Duisburg in die Agonie treiben. Wenn die Stadt nun Landeshilfe bekomme, dann sei das an die Bedingung geknüpft, dass in in fünf Jahren der Haushalt ausgeglichen sein muss. Fakt sei, dass diese Landeshilfe gerade ausreiche, um die derzeitige Zinslast für laufende Kredite zu bezahlen.

Und wenn die Zinsen steigen sollten, dann würde nicht einmal das klappen. Die mehr als 100 Gäste — mehr hätten im ASC-Restaurant keinen Platz gefunden — applaudierten dem OB laut und anhaltend. Wie MIT-Chef Lensdorf waren auch sie der Meinung, dass die CDU jetzt offensiv gegen die bevorstehende Abwahl kämpfen soll.

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(RP/rl/csi)