Duisburg: Satter Filmsound vor vollem Haus

Duisburg: Satter Filmsound vor vollem Haus

Das war der bisherige Höhepunkt der neuen Saison 2014/15 der Duisburger Philharmoniker. 97 Prozent Auslastung hatte das Konzert "Klappe, die Dritte: Filmmusik ab!", das womöglich ein noch größerer Erfolg war als in den beiden vergangenen Jahren.

Das populäre Programm spülte viel Publikum ins Theater, das dort sonst eher nicht anzutreffen ist - aber restlos begeistert war. Eine bessere Werbung für ein Sinfonieorchester kann man sich nicht vorstellen. Die Moderatorin Stephanie Riemenschneider gab wieder kundige und launige Einführungen, der Schauspieler Mark Weigel deutete wieder mit großer Wandlungsfähigkeit hilfreiche Szenen aus den betreffenden Filmen an.

Moderatorin Stephanie Riemenschneider. Foto: Raupold, Isabella (ikr)

Und der Dirigent Rasmus Baumann, der dieses Konzept schon an seiner Haupt-Wirkungsstätte in Gelsenkirchen erfolgreich eingeführt hatte, erwies sich wieder als enormer Filmmusik-Experte, der "prächtig" nicht mit "lärmig" verwechselt, der für einen satten Sound und für pointierte Rhythmen sorgt. Die Duisburger Philharmoniker gaben ihr Bestes: wie bei einem Philharmonischen Konzert. Besonders die Blechbläser hatten an diesem Abend eine Sternstunde.

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Die Musikstücke waren diesmal besonders glücklich ausgewählt. Gleich zu Beginn wurde klar, dass die Musik zu "Gladiator" von Hans Zimmer nur ein matter Abklatsch ist gegen das Meisterwerk zu "Ben Hur" von Miklós Rósza mit der Galeeren-Szene und dem berühmten Wagenrennen. Die pfiffige "Superman"-Partitur von John Williams - das Leitmotiv klingt wie der Name des Helden - wird noch übertroffen von der raffinierten "Spiderman"-Musik von Danny Elfman. Bei "Die glorreichen Sieben" von Elmer Bernstein kam im Theater perfektes Western-Feeling herüber. Die Bandbreite reichte von den bizarren Klängen in John Williams' "Die unheimliche Begegnung der dritten Art" bis zu dem beliebten "Pink Panther" von Henry Mancini.

Am Ende präsentierten sich Mark Weigel und Rasmus Baumann zu Mancinis "Peter Gunn Theme" wieder mit Hut und Sonnenbrille als "Blues Brothers", der Dirigent dann auch als rasanter Solist an der Hammondorgel. Nach zweineinhalb Stunden, einschließlich zweier umfangreicher Zugaben, meinte Baumann, seine Sache sei ja mehr die Musik als der Text, aber eine Stelle habe er sich immer merken können: "Heute ist nicht alle Tage - wir komm'n wieder, keine Frage!"

(hod)
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