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Duisburg: Sana steht "ohne Wenn und Aber" zum Klinikum

Duisburg : Sana steht "ohne Wenn und Aber" zum Klinikum

Der Klinikbetreiber ist zu Gesprächen bereit, kritisiert aber auch "mangelndes Fingerspitzengefühl" der Politik.

Bisher hatten sich die Sana Kliniken, 49-prozentiger Minderheitseigner am Klinikum Duisburg, aus der Diskussion um die Zukunft des Krankenhauses in Wedau herausgehalten. Nun jedoch hat der Vorstand der Sana Kliniken einen offenen Brief an die verunsicherten Mitarbeiter im Klinikum Duisburg veröffentlicht. Zentraler Inhalt: "Die bestehenden Verträge mit der Stadt Duisburg regeln eindeutig, dass eine Beteiligung weiterer Partner einerseits nur mit Zustimmung der Sana Kliniken möglich ist, andererseits die unternehmerische Steuerung in jedem Fall bei Sana verbleibt." Wie berichtet hatte die Ratsmehrheit beschlossen, extern diese geschlossenen Verträge prüfen zu lassen und diese möglicherweise rückabzuwickeln.

Die Geschäftsführung stellt in dem Brief klar, dass sie "ohne Wenn und Aber zum Klinikum Duisburg steht", für die Realisierung der ehrgeizigen Pläne aber die Zustimmung des Mitgesellschafters – also der Stadt Duisburg – benötige. Für die Zukunftssicherung des Hauses hat Sana nämlich ein medizinisches und bauliches Konzept entwickelt und vorgelegt, das nach eigener Überzeugung das Klinikum für die nächsten Jahrzehnte wettbewerbsfähig ausrichte.

Schließlich nimmt Sana Stellung zur Rolle der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in der derzeitigen Diskussion. Wie berichtet hatte die BGU Interesse daran gezeigt, die Anteile der Stadt an dem Haus in Wedau zu kaufen. Nach Angaben von Sana suche die BGU intensiv nach weitreichenden und zukunftssicheren Kooperationsmöglichkeiten, um ihren Standort in Duisburg langfristig betreiben zu können. "Wir stehen – wie in den letzten Jahren auch – selbstverständlich als verlässlicher Kooperationspartner auch weiterhin gerne zur Verfügung. Diesbezügliche Gespräche haben wir bereits mit der BGU für die kommenden Wochen terminiert", heißt es in dem Brief weiter.

In dem Brief gibt es auch kritische Töne, die sich an Politik und Arbeitnehmervertretungen richten. Es gehöre zu deren Aufgaben, kritische Debatten anzustoßen, um Meinungen zu bilden und Veränderungen herbeizuführen. Es gehöre aber auch dazu, dass ihre Argumente nicht immer überzeugten. "So ließ die Qualität der Diskussion um die Kaufofferte der BGU oder um den Vertrag zwischen der Stadt und den Sana Kliniken in den letzten Wochen gelegentlich das kommunikative und juristische Fingerspitzengefühl vermissen. Wir haben uns bewusst nicht an diesen Spekulationen und Gerüchten beteiligt, weil sie der Rechtsgrundlage entbehren und letztlich auf Kosten des Klinikums und seiner Beschäftigten gehen."

(RP)