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Duisburg: Rumelner Kirmes: Klein, aber familiär

Duisburg : Rumelner Kirmes: Klein, aber familiär

Schon von Weitem steigt dem Besucher der verlockende Geruch von Zuckerwatte und Kandisäpfel in die Nase.

Und wer dann noch die typischen Bassrhythmen und anfeuernden Mikrofonansagen der Karussellbesitzer hört, ist fast schon auf der Kirmes in Rumeln. Sie ist recht klein, aber dennoch ist für jeden Rummel-Fan etwas dabei: von Ständen mit Lebkuchen-Herzen und Paradiesäpfeln über Auto-Scooter bis hin zum kühlen Bier mit einer zünftigen Bratwurst. Noch bis heute Abend 20 Uhr findet sie auf dem Marktplatz statt.

Start in den Frühling

Für einige Rumelner ist die Kirmes der Startschuss in eine andere Jahreszeit: "Da weiß man immer: Nun ist der Winter vorbei", sagt Klaus Hermann. Jedes Jahr geht er mit seiner nun schon elfjährigen Tochter und dem achtjährigen Sohn auf die Kirmes. Schon aus Tradition. Auch wenn es im Grunde nur ein kleiner Rummel ist mit gerade mal acht Schaustellern. "Es ist trotzdem eine Abwechslung fürs Wochenende", sagt Hermann.

Was für den zweifachen Familienvater ein netter Zeitvertreib ist, ist für die Schausteller trotz aller Liebe zum Geschäft ein hartes Pflaster. "Wir müssen immer knapp kalkulieren. Das Geld sitzt bei den Besuchern eben nicht mehr so locker", sagt der Kassierer vom Musikexpress. Besonders seit dem vergangenem Jahr könnte das Fahrgeschäft etwas besser laufen. "Aber die Kirmes hat ja gerade erst angefangen. Erst am Ende wird der Kassensturz gemacht", macht er sich selbst Mut.

Das Preisgefüge für ein paar Runden Spaß ist homogen. Zehnmal die Rute auswerfen beim Entenangeln etwa kostet drei Euro, 19-mal fünf Euro und 35-mal zehn Euro. Was als Gewinn auf die begeisterten Angler wartet, sind Plastikspielzeug aller Art und ein paar Plüschtiere. "Gar nicht so einfach, da die Besucher immer zufriedenzustellen", sagt Ursula Kuhl, die schon seit 20 Jahren dabei ist und mit ihrer Entenangel-Station in Rheinhausen und Moers oft vertreten ist. Nicht immer sei das Richtige für jeden dabei. Doch letztendlich müsse das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen. Und was für den Familienvater viel Geld ist, "ist für uns oft knappe Kalkulation für den Einkauf von Preisartikeln", erklärt sie.

Dennoch liebt die 62-Jährige ihre Arbeit an der frischen Luft. "Es gibt einfach nichts Schöneres, als den Kindern zuzusehen, wie sie sich freuen, wenn sie etwas gewinnen. Sie sind dann einfach begeistert."

Und so hört man schon von Weitem, wie eine Tochter erneut ihren Vater beschwört: "Bitte, bitte Papa. Das ist dann auch das Letzte, was ich möchte. Ganz ehrlich." Wer kann diesem Rummel da schon widerstehen?

(sk)