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Rumeln: St. Marien feiert 50-jähriges Bestsehen

Katholische Kirche : St. Marien Rumeln feiert Jubiläum

Die Pfarrkirche St. Marien Rumeln feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Das Grundstück kostete seinerzeit 151.725 D-Mark. Die Gemeinde hatte in ihren fünf Jahrzehnten fünf Geistliche.

Wenn vom 30. September bis zum 7. Oktober St. Marien Rumeln „50 Jahre“ feiert, stellt sich sogleich die Frage, warum Rumeln gerade 1968 eine katholische Kirche bekam. Im jungen 20. Jahrhundert stand zuerst einmal die Frage an, ob das traditionell katholische Kaldenhausen eine eigene Kirche haben sollte. 1911 wurde der Bau begonnen, 1912 die St. Klara-Kirche eingeweiht. 1934 freute sich dann das durchgängig evangelische Rumeln über ein eigenes Gotteshaus.

Der Bergbau in Rumeln-Kaldenhausen (1937 bis 1973), der Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie der Bau von Krupp- und Thyssen-Siedlungen sorgten dafür, dass immer mehr Katholiken in Rumeln heimisch wurden. Die Messen der Kaldenhausener Pfarrer Bernhard Werschmann (im Amt von 1934 bis 1965) und Anton Janssen (seit 1965) waren zwar stets sehr erbauend, doch der Fußweg dorthin nicht eben kurz. Entschlossen wurde im Jahr 1966 der Versammlungsraum im gerade fertiggestellten Anbau der (katholischen) Marienfeldschule zur Feier der Heiligen Messe genutzt, ein Provisorium. Gleichwohl hingen dort schon die Baupläne für ein Kirchengebäude vis-a-vis der „Z-Kurve“ (Hülsenhof). Doch wie kam es dazu?

Historiker Heinz Billen weiß von einer Transaktion anno 1962: „Die katholische Kirchengemeinde St. Klara erwarb aus Privatbesitz Industriegelände am Borgschenweg und übertrug es sogleich der Doppelgemeinde Rumeln-Kaldenhausen. Dafür stellte die Kommune der Rheinischen Heimstätten AG Bauerwartungsland zur Verfügung. Die AG wiederum verkaufte der Kirchengemeinde ein Grundstück für genau 151.725 D-Mark.“ Noch im gleichen Jahr schlug der Kirchenvorstand der bischöflichen Behörde vor, die neue Gemeinde St. Marien nennen zu dürfen – das Franziskanerinnen-Kloster „Marienfelde“ (1472 bis 1803) stand hier Pate.

Es war ein starkes Stück Arbeit, das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Tradition und moderne Architektur im Gleichklang. Foto: RP/Ferdi Seidelt

1963 gründete sich im Gemeinschaftsraum der Zeche ein „Kirchbauverein“, um Geld für den Bau zu beschaffen. 1964 billigten zuerst der Kirchenvorstand, dann das Bischöfliche Bauamt und schließlich der Kreis Moers das Gebäudeprogramm mit Kirche, Turm, Pfarrhaus, Kindergarten, Jugend-/Pfarrheim und einer Küster-/Hausmeisterwohnung. Am 15. Oktober 1966 erfolgte der erste Spatenstich, auf dem Grundstein stand „Beatae Mariae Virginis A Rosario“, was Lateinisch ist und übersetzt „Unsere liebe Frau vom Rosenkranz“ heißt. Richtfest feierten die Katholiken am 5. Mai 1967.

1968 musste wegen Überfüllung des Raumes in der Marienfeldschule eine zweite Messe gelesen werden, die Einweihung der Kirche mit 400 Sitzplätzen am 5. Oktober 1968 durch Weihbischof Laurenz Böggering aus Münster wirkte wie eine Erlösung! Doch noch war St. Marien eine Filiale von St. Klara, erst die nächsten ersten Spatenstiche, die für das Pfarrhaus am 26. September 1969 und die für den Kindergarten am 6. Februar 1970, ließen St. Marien langsam, aber sicher selbstständig werden.

Pfarrer Andreas König segnete am 5. Mai 2013 die Marien-Grotte. Foto: RP/Ferdi Seidelt

Die Gemeinde hatte in ihren fünf Jahrzehnten fünf Geistliche. Kaplan Gregor Dycker leitete im Benehmen mit St. Klara-Pfarrer Anton Janssen bis August 1970 die Geschicke, ihm folgte im Amt Pastor Franz-Josef Hachmöller, der wiederum von Pfarrer Helmut Golombek im Oktober 1973 abgelöst wurde. Der aus Schlesien stammende Spätaussiedler erlebte am 1. April 1974 die Ernennung von St. Marien zur eigenständigen Pfarrei und dann weitere 26 Jahre als Oberhirte der Gemeinde. 2000 übernahm Pfarrer Rainer Hermes die Führung der St. Marien-Christen, 2007 kam Pfarrer Andreas König, bis heute der Ansprechpartner vor Ort.