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Ruhrorter Hafenfest 2018: Benefizkonzert für Maxikirche

Benefizkonzert für Maximilian-Kirche : Spenden und Zuspruch für die St.-Maximiliankirche

Zum Tag der „Offenen Kirche“ beim Ruhrorter Hafenfest und zu einem grandiosen Benefizkonzert kamen viele Menschen auch von weiter außerhalb.

Das freute den neuen „Förderverein St. Maximilian Duisburg-Ruhrort“ ungemein, dass so viele Besucher am Hafenfestsonntag den Weg in die historische Pfarrkirche St. Maximilian kamen. „Der Zuspruch zu unserer schönen ‚Maxikirche‘, wie auch der für unser Engagement zu ihrem Erhalt waren enorm“, resümierte Michael Büttgenbach als Vorsitzender des Vereins. „Doch es gibt noch viel zu tun“, ergänzte er. „Sei es Entschlossenheit zu demonstrieren oder Überzeugungsarbeit zu leisten, Sponsorengelder zu sammeln oder Veranstaltungen zu organisieren. Dies alles aus nur einem einzigen Grund: Es geht darum, diese einzigartige Schifferkirche in Ruhrort als gesellschaftliche Begegnungs- und christliche Glaubensstätte zu erhalten. Gemeinsam sind wir dafür auf einem guten Weg.“

„Zuerst nahmen die beiden neuen Messdienerinen Lilian und Maybritt ihren Dienst während des Sonntagsgottesdienstes am Altar wahr. Während der ‚Offenen Kirche‘ anlässlich des Ruhrorter Hafenfestes besuchten 295 Personen unser Gotteshaus. Viele Kerzen wurden angezündet. Um 17 Uhr fand dann ein grandioses Benefizkonzert mit dem Organisten der Marienbasilika in Kevelaer, Elmar Lehnen, statt. Vielen Dank für die zahlreichen Spenden und den Zuspruch.“ So heißt es auf der vom Förderverein eingerichteten Internetseite https://www.kirche-in-ruhrort.de.

Und in der Tat war das Orgelkonzert von Lehnen musikalisch einzigartig. Zur Aufführung kamen dabei Werke von Joseph Jongen (1873-1953), Cesar Franck (1822-1890), Johann Sebastian Bach (1685-1756) als auch zwei Eigenkompositionen des 2015 mit dem Marketingpreis der Stadt Kevelaer Ausgezeichneten. Den Auftakt setzte Lehnen mit Jongens 1930 komponiertem Meisterwerk „Sonata Eroica Op. 94“. Die Musikwissenschaft spricht von einem „Meilenstein in der Orgelliteratur des 20. Jahrhunderts“. Es ist ein einziger herrlicher Bogen, bei dem eine schöne und individuelle Melodie, die zuerst in den Streicherklangregistern zu hören ist, als Thema für Variationen herangezogen wird. Später dann nimmt diese an Intensität und Spannung zu und mündet, das Werk heroisch beschließend, in ein fein gearbeitetes Fugato.

Lehnen kennt Klang und Technik der im nördlichen Querschiff der Kirche untergebrachten nachromantischen Seifert-Orgel von St. Maximilian gut, nachdem er diese infolge der Komplettrestaurierung 2006 am neuen Spieltisch mit elektronischer Setzeranlage wieder in Betrieb genommen hatte. So verwunderte es nicht, dass er sowohl bei der „Sonata V, BWV 529“ von Bach in allen drei Sätzen brillierte, als auch bei den drei Sätzen des Franck-Werkes „Prélude, Fugue et Variation, Op. 18“.

Zu wahrer Höchstleitung in Spiel und Ausdruck steigerte er sich aber bei seinen beiden Eigenkompositionen: Seine Meditation über „Salve Regina“, die aus den ersten vier oder fünf Tönen einer gregorianischen Melodie stammt, geriet zu einer Art „Geläutedisposition“, welche aufsteigend in einer großen Terz, einer kleinen Terz und einer großen Sekunde endete. Seine Fantasie vom Lied „Sagt an, wer ist doch diese“ entwickelte sich dagegen zu einer höchst tongewaltigen, temperamentvollen Toccata. So war es nur folgerichtig, dass ein brausender Schlussapplaus des Publikums auf den bravourös aufspielenden Künstler tosend hineinbrach.

Die nächsten Aktivitäten des Fördervereins sind am 2. September, wenn sich die Gemeindekirche St. Maximilian am Tag des offenen Denkmals beteiligt, und am 10. November, wenn in der „Maxikirche“ die „Orgel rockt“. So heißt nämlich ein Veranstaltungsformat, bei dem der aus dem schwäbischen Öhringen stammende Organist und Chorleiter Patrick Gläser seine Coverversionen bekannter Titel aus den Bereichen Rock, Pop und Film zu Gehör bringt.