Ruhr Games 2019 in Duisburg: Bosse setzt den Schlusspunkt

Zum Abschluss der Ruhr Games : Bosse liefert noch einmal ganz großen Sport

Das Abschlusskonzert der Ruhr Games mit dem Popstar war das i-Tüpfelchen eines wunderbaren Wochenendes im Duisburger Landschaftspark.

Das waren sie also, die Ruhr Games 2019. Vier Tage lang war der Landschaftspark Nord das schlagende Herz der jungen, europäischen Sportler, und als am Sonntag die Abschlussfeier auf dem Bunkervorplatz anstand, hatten sich die internationalen Teams längst durchmischt. Die Sportler aus Portugal, Estland, Polen und Co. standen nicht mehr in ihren isolierten Grüppchen, sondern in einem bunten Durcheinander aus Nationaltrikots. Ein buntes Durcheinander gab es dann auch auf der Bühne, ohne große Reden und Umschweife enterte „Bosse“ die Bühne. Der deutsche Popstar setzte den Schlusspunkt hinter das Bühnenprogramm und gab vom ersten Lied an ordentlich Gas.

So viele Fans wie bei Rapper Cro am Eröffnungsabend waren zwar nicht auf der riesigen Wiese, das war an diesem brüllend heißen Abend aber auch nicht zu erwarten. Dafür stellte sich auf dem Gelände schnell eine entspannte Picknickatmosphäre ein, anders als beim Pandarapper genossen die meisten Besucher das Deutschpop-Konzert von Bosse nämlich im Sitzen auf einer mitgebrachten Decke. Dazu ein kühles Bierchen oder eine heiße Bratwurst von einem der Gastro-Stände, fertig war der ideale Ausklang des langen Wochenendes.

Auf der Bühne half Bosse den Gästen, in ferne Traumwelten abzutauchen, die träumerischen Akkordprogressionen seines Hipsterpops, weit offen und und mit viel Hall, versprachen zumindest für die Dauer eines Songs das Blaue vom Himmel. Wenn man nur an sich selbst glaubt, wenn man nur tut was man liebt oder einfach total authentisch ist – Ratschläge für das wirklich echte Leben eben.

Abseits des Sinns des Seins in seinen Texten hatte Bosse eine großartige Band dabei, auf die sich der Musiker ohne Ausnahme verlassen konnte und die die Texte mit viel musikalischem Leben füllten. Cello und Trompete gaben den Popsongs einen genreuntypischen, aber angenehmen Dreh, die optisch aufregenden Instrumente sorgten vor allem bei den jüngsten Besuchern für große Augen.

Die, immer wieder, sehr hymnischen Passagen der Bosse-Songs gefielen aber auch sichtbar den internationalen Gästen auf der Wiese. Bosses „Shake your booty“, „Schüttel deinen Hintern“, verstand auch die spanische Delegation am Bierstand. Tanzbar waren sowieso fast alle Lieder der Band, und als Bosse sogar die ersten Verse des Duisburg-Liedes anstimmen konnte, flogen ihm auch die Herzen der Tanzmuffel im Publikum zu.

Seinem ehrfürchtigen Bericht über zehnjährige Ringkämpfer ließ der gebürtige Braunschweiger in seinen Liedern Reggae- und Ska-Ausflüge folgen. Wilder als die ausgelassene Meute vor der Bühne tanzte dazu nur der Sänger selbst, der wie ein Gummiball über die Bühne hüpfte. So fanden die Ruhr Games 2019 in Duisburg einen würdigen Abschluss, und während Bosse noch sehr weise von unser aller Leben sang, wurde der große Sport des langen Wochenendes nach und nach in Laster verpackt und abtransportiert.

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