Duisburg: Rotstift bedroht das Komma

Duisburg: Rotstift bedroht das Komma

Ab 2011 soll es für das Komma-Theater nur noch die Hälfte der städtischen Zuschüsse von 50 000 Euro geben, ab 2013 gar nichts mehr. Das käme aller Voraussicht nach der Abschaffung des Theaters gleich.

Rheinhausen Die Sparpläne der Stadt machen das Ende des Komma-Theaters wahrscheinlich. Laut Haushaltssicherungskonzept sollen die städtischen Zuschüsse, mit denen das Ensemble "Reibekuchentheater" seine Arbeit und den Betrieb des Hauses an der Schwarzenberger Straße finanziert, in den Jahren 2011 und 2012 halbiert werden – und ab 2013 gibt es dann gar kein Geld mehr.

Gegenwärtig wird das Komma-Theater mit 50 000 Euro durch die Stadt gefördert. 30 000 Euro schießt das Land zu. Dazu kommen Eintrittsgelder und die Gagen, die sich das "Reibekuchentheater" bundesweit bei Auswärts-Auftritten verdient. Letztere seien nicht etwa die Sahnehaube obendrauf, betont Martin Müllerhöltgen vom Ensemble; im Gegenteil: "Wir verdienen in anderen Städten Geld, um in Duisburg das Komma-Theater zu betreiben. Unsere Gagen ermöglichen uns das erst. Wir subventionieren uns selbst quer."

Aus für Fortbildungen für Lehrer

Durch die Halbierung der städtischen Zuschüsse würde ab 2011 das Sonntags-Familienprogramm – gegenwärtig gibt es jeden Sonntag eine Familienvorstellung – auf vielleicht 20 Veranstaltungen pro Jahr und günstigere Produktionen reduziert. Fortbildungsangebote, zum Beispiel für Lehrer in Sachen "Gewaltprävention", würden gestrichen – im vergangenen Halbjahr gab es im Durchschnitt eine pro Monat. Pädagogische Nachbereitungen von Stücken nach den Aufführungen wäre nicht mehr drin. Bisher betreut das Reibekuchen-Ensemble Theaterprojekte in Schulen unentgeltlich oder für symbolische Preise – das würde wegfallen. Die Mittel für Neuproduktionen würden um ein Drittel weniger, und der Jugendtheaterclub im "Komma" würde abgeschafft.

Wenn es dann ab 2013 keine Mittel mehr geben sollte, könnte auch die Förderung durch das Land wegfallen, denn diese ist bislang an die städtische Förderung gekoppelt.

Keine Schul-Vorstellungen mehr

Hinzu kommt, dass die Duisburger Institution "Spielkorb" das Reibekuchen-Ensemble heute noch für jährlich 50 Vorstellungen für Grundschulen engagiert. Auch damit könnte es ein Ende haben: "Das Geld für den Spielkorb wird laut Haushaltssicherungskonzept ab 2012 auf Null gekürzt", stellt Martin Müllerhöltgen fest. Fazit: "Wir können es nicht mehr leisten, unser Angebot aufrecht zu erhalten, wenn uns an allen Enden gleichzeitig das Wasser abgegraben wird."

Den Wegfall der Zuschüsse durch höhere Eintrittsgelder abzufangen nennt er "illusorisch". Nur bei extrem sparsamen Produktionen könne man darüber auf seine Kosten kommen – "und wir erleben es jetzt schon immer wieder, dass bei Familien ein Elternteil draußen bleibt, um Geld zu sparen". Bei Veranstaltungen für Grundschulen liege die "Schmerzgrenze" beim Eintritt bei drei Euro pro Kind – mehr sei nicht drin.

(RP)