Duisburg: Römische Säule in der Altstadt

Duisburg: Römische Säule in der Altstadt

Gemeinhin wird angenommen, dass die Duisburger Stadtgeschichte mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 883 nach Christus beginnt. Archäologische Grabungen beweisen allerdings, dass schon die alten Römer einen Stützpunkt rund um den Alten Markt errichtet hatten.

Bislang galt das Jahr 883 als Gründungsjahr der Stadt Duisburg. Vor genau 1127 Jahren wurde Duisburg in einer Chronik von Regino von Prüm zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Grund hierfür war die Überwinterung einer Wikingerhorde auf dem Gebiet der heutigen Altstadt. Doch neueste Ausgrabungen zeigen, dass schon viel früher eine städtische Besiedlung auf dem Duisburger Stadtgebiet stattgefunden hat.

Mit der Errichtung des Kastells Asciburgium in Moers-Asberg im Jahr 12 vor Christus begann auch die römische Siedlungsgeschichte auf der rechten Rheinseite. Im ersten Jahrhundert nach Christus wurde zur Sicherung der Grenzanlagen ein römischer Wachposten auf dem Kaiserberg ausgebaut. Aber auch am strategisch wichtigen Zusammenfluss von Rhein und Ruhr baute die römische Armee einen Stützpunkt auf. Da Rhein und Ruhr damals einen anderen Flussverlauf hatten als heute, befand sich das Gebiet rund um den Burgplatz direkt an der Einmündung der Ruhr in den Rhein.

Römischer Stützpunkt

Die ersten Beweise für eine römische Siedlung im Bereich des Burgplatzes wurden 1928 beim Bau des Kaufhauses C&A an der Schwanenstraße gefunden. Die Arbeiten, geleitet vom Geologen und Heimatforscher Eduard Wildschrey, förderten damals zahlreiche römische Keramiken sowie karolingische Töpferarbeiten zutage.

Beim Bau des Duisburger U-Bahn Tunnels ab 1985 an der Schwanenstraße konnte der antike Rheinlauf bewiesen werden. Anhand von Bodenproben und Pollenuntersuchungen wiesen die Duisburger Stadtarchäologen auch nach, dass es seit dem ersten Jahrhundert nach Christus in der Umgebung der Altstadt durchgehend Getreideanbau gegeben hat.

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In den 1980er Jahren wurde die archäologische Spurensuche intensiviert. Umfangreiche archäologische Grabungen in der Nähe des Marientors und Stapeltors, zwischen Beekstraße und Niederstraße sowie rund um den Alten Markt förderten weitere Überreste römischer Herkunft zutage und zementierten die Theorie, dass das Gebiet von Duisburg schon zu antiken Zeiten besiedelt gewesen sein muss. Auf dem Alten Markt wurden die spektakulärsten Stücke geborgen: Ein Bruchstück einer römischen Säule aus Travertin sowie ein Fragment einer römischen Inschrift aus dem ersten Jahrhundert.

2000 Jahre alt

All diese Funde zeigen, dass die römischen Besatzer in der Altstadt einen Brückenkopf zum gegenüberliegenden Kastell Asciburgium errichtet hatten. Der Name dieses Stützpunktes, "Dispargum", deutet schon auf unsere heutige Großstadt Duisburg hin. Mit dem Niedergang der Römer im vierten Jahrhundert beginnt der Aufstieg der Franken. Der erste namentlich nachweißbare fränkische König Chlodio errichtete auf der römischen Infrastruktur aufbauend einen Herrschersitz in Duisburg. Auf dem Burgplatz baute Chlodio um 430 seinen Königshof aus, eine Händlersiedlung folgte.

Mit diesem Schritt mauserte sich Duisburg vom römischen Stützpunkt zu einer echten Stadt. Und erst 400 Jahre später beginnt dann die offizielle Geschichte der Stadt mit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Historische Bilder der Innenstadt: So sah Duisburg früher aus

(RP)
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