Duisburg: Rockerprozess - "Kosten kaum der Rede wert"

Duisburg: Rockerprozess - "Kosten kaum der Rede wert"

Der polizeiliche Großeinsatz am Donnerstag in Duisburg zum Auftakt des "Rockerprozesses" hat eine Diskussion um die Kosten eines solchen Einsatzes entfacht. Rainer Wendt, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft, sagte gegenüber unserer Redaktion , dass die entstandenen Mehrkosten kaum der Rede wert seien.

Mehrere Hundertschaften, Sondereinsatzkommandos, Polizeihubschrauber - mit einem riesigen Aufgebot verhinderte die Polizei am Donnerstag in Duisburg zum Auftakt des Rockerprozesses Krawalle zwischen den verfeindeten Rockergruppen "Hells Angels” und "Bandidos”. Viele sind der Meinung, dass so ein Einsatz zusätzlich mehrere hunderttausend Euro koste und der Steuerzahler dafür aufkommen müsse.

Unsere Redaktion fragte bei Rainer Wendt, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft, nach. In einem Kurzinterview räumte er mit der Mär von Zusatzkosten in Millionenhöhe für den Steuerzahler auf.

Herr Wendt, was kostet denn jetzt so ein Einsatz wie der in Duisburg am Donnerstag?

Rainer Wendt Im Prinzip sind die Einsatzkosten nicht der Rede wert, sie belaufen sich auf lediglich einige tausend Euro an Mehrkosten. Es entstehen bei solchen Großeinsätzen nämlich nur Mehrkosten für Logistik, Unterkunft der Beamten und so weiter - und das ist nicht wirklich viel.

Nur auf einige tausend Euro? Es ist doch immer wieder zu hören, dass so ein gewaltiger Polizeieinsatz mindestens mit mehreren hunderttausend Euro zu Buche schlägt...

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Rainer Wendt Das ist so aber nicht ganz richtig. Die oft genannten 500.000 Euro, die der Einsatz zirka gekostet haben soll, können in etwa stimmen. Aber das sind keine Zusatzkosten. Denn Fakt ist, dass es sich bei den Polizisten um Beamte handelt, die feste Bezüge beziehen. Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob die Hundertschaften jetzt auf der Polizeiwache sitzen oder wie am Donnerstag in Duisburg das Landgericht absichern ­- bezahlt werden sie so oder so. Die 500.000 Euro wären also auch ohne so einen Großeinsatz für die Bezahlung der Beamten verwendet worden.

Heißt im Klartext: Für den Steuerzahler entstehen keine oder nur sehr geringe Mehrkosten durch solche Großeinsätze...

Rainer Wendt Richtig!

Rainer Wendt ist deutscher Polizeibeamter und seit 2002 Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.