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Duisburg: Robin Schicha stellt Bilder über sein Leben aus

Duisburg : Robin Schicha stellt Bilder über sein Leben aus

Es ist schwierig zu entscheiden, wer bunter ist: Robin Schicha oder seine Bilder. Der 26-Jährige trägt ein langes Sweatshirt in Königsblau, darüber ein rot-blau gestreiftes T-Shirt. Die Hose ist senfgelb, die Brille blau und der Hut auf dem Kopf schwarz. "Ich liebe Farben. Wenn etwas nur schwarz-weiß ist, fühle ich mich unwohl", kommentiert der Neudorfer sein Outfit. Diese Ansicht unterstützen seine Bilder - ein Sammelsurium an Farbe. Ab sofort hängt ein Teil seiner Kunstwerke in der Buchholzer Bezirksbibliothek am Sittardsberg aus.

"Autistische Gestalter und Gestalterinnen" heißt die Ausstellung. Damit gewährt Robin Schicha einen tiefen Einblick in seine Sicht der Welt - denn der 26-Jährige ist selbst Autist. Mit 15 kam die Diagnose. "Ich bin oft schneller erschöpft als andere und muss mich auch mal zurückziehen", beschreibt Schicha die Auswirkungen der Krankheit. Seine Ruhe findet er beim Malen, wenn er versucht, die Welt so darzustellen, wie er sie sieht. Seine Bilder zeichnet Robin Schicha erst mit einem Stift, dann scannt er sie ein. Erst am Computer kommen die Farben hinzu. Mit einem speziellen Computerprogramm malt der Künstler seine Zeichnungen aus. Für seine aktuelle Ausstellung hat sich Robin Schicha mit berühmten Autisten aus der Künstler-Szene beschäftigt: unter anderem mit Michelangelo, Tim Burton und Janosch. Sie alle hat er gezeichnet - und auch sich selbst. Die Porträts hat er zu einem großen, farbenfrohen Bild zusammengefasst. "Diese Persönlichkeiten sehen alle anders aus und sind so unterschiedlich. Man kann Autisten nicht über einen Kamm scheren", betont der Künstler. Mit seinen Bildern will Schicha mit Vorurteilen aufräumen. Etwa mit dem Vorurteil, dass der typische Autist ein dicker Computer-Nerd sei, der nichts wegwerfen könne. Seine Botschaft hat er auf einem Bild mit dem Titel "Drei Freunde" verewigt. Dort sitzen ein Blinder, ein Rollstuhlfahrer und ein Autist nebeneinander. "Es interessiert nicht, welche kulturellen Hintergründe du hast oder wie du aussiehst. Wichtig ist, dass man einander hilft und unterstützt."

Die Zeichnungen in der Bezirksbibliothek spiegeln das Leben des jungen Künstlers wider. Da sind Zeichnungen von seinen Reisen nach London und in die Toskana. Zu jedem Bild kann Robin Schicha eine Geschichte erzählen.

(ssc)