Rheinuferlauf: Homberger TV bittet zum Lauf der Extreme

26. Rheinuferlauf : Homberger TV bittet zum Lauf der Extreme

Sturzregen, Sturmböen und Gluthitze: Beim Homberger Rheinuferlauf war schon alles dabei. Am Samstag startet der HTV zum 26. Mal.

Hermann Dammers und Theo Lehmkuhl sehen entspannt dem 26. HTV-Sparda-Rheinuferlauf am Samstag (27. Juli) ab dem Friesenplatz in Homberg entgegen. Der sportliche Event ist durchgeplant, nur die Technik muss am Freitag noch installiert werden. Beide Herren gehören zum Organisationsteam der großen Laufveranstaltung, Hermann Dammers leitet die Gruppe, Theo Lehmkuhl ist mit seinen 73 Jahren seit Anbeginn dabei und erinnert sich noch gut an die Anfänge.

Zeitgleich, so verrät der Homberger Lehmkuhl, sei der Rheinuferlauf auch der 42. Internationale Volkslauf mit Halbmarathon nach Baerl. Denn vor 42 Jahren waren die ersten Läufe im Baerler Busch, vor 27 Jahren dann am Friesenplatz Homberg und hießen fortan Rheinuferlauf. „Der HTV war einer der ersten Vereine, der Laufveranstaltungen anbot“, erinnert sich Theo Lehmkuhl. Die Laufbewegung entwickelte sich vor etwa 50 Jahren. Die Leute trauten sich in der Öffentlichkeit zu laufen, während sie vorher meistens für sich allein und „versteckt“ im Wald ihre Runden drehten.

Der HTV musste damals den TuS Baerl um „Amtshilfe“ bitten. Denn der Baerler Turn- und Sportverein hatte moderne Gebäude mit Duschanlagen für Männer und Frauen. Erst nachdem die Stadt eine neue Sportanlage am Friesenplatz gebaut hatte, erfolgte der Start in Homberg. Seit dieser Zeit kümmert sich eine Gruppe von mittlerweile älteren Herren zwischen 70 und 80 Jahren um die Organisation, sie kennen die Veranstaltung seit den Anfängen. Theo Lehmkuhl: „Es macht einen Riesenspaß. Viele sind handwerklich talentiert, bauen Stände auf.“ Andere wiederum hätten Ahnung von der Arbeit am PC: „Die Meldestruktur hat sich verändert. Früher arbeiteten 30 bis 40 Leute im Meldebereich, heute reichen zwei Leute. Den Rest macht der Computer. Wenn die Teilnehmer über die Matte im Ziel laufen, weiß der Computer genau, wer das ist.“ Mit vier Mann werde der Aufbau auf dem Friesenplatz vorgenommen. Am Samstag seien dann 50 Helfer am Start, die unter anderem auch die Strecke absichern. Und dann gibt es natürlich auch noch die Grill-, Getränke- und Kuchenstände. „Das ist vom Bild her beeindruckend“, weiß Theo Lehmkuhl und verrät, dass Organisationsteamleiter Hermann Dammers wohl einen Käsekuchen backen möchte.

Bislang liegen circa 400 Voranmeldungen vor. Wer will, kann sich auch noch am Samstag spontan anmelden. „Wenn keine 37 Grad Wärme sind, werden wir ein großes Teilnehmerfeld haben. Hitze- und Unwetterwarnungen sind nicht gut. Bei 40 Grad verkürzen wir die Streckenlänge“, sagt Theo Lehmkuhl. Gut mit der Hitze umgehen könnten Profis, die meistens bei Wind und Wetter trainieren würden. Trotzdem müsse jeder überlegen, ob er bei Extremtemperaturen starte. Jeder laufe in Eigenverantwortung.

Unterwegs gibt es viele Wasserstellen und das DRK ist vor Ort. Egal, wie sich das Wetter entwickelt, der HTV hat bereits einige Extreme erlebt. „Wir sind schon im Regen abgesoffen oder im Wind weggeflogen“, lacht Lehmkuhl und erzählt von einem Erlebnis, das er noch allzu gut in Erinnerung hat. Ein Rettungshubschrauber musste vor vielen Jahren auf dem damaligen roten Ascheplatz des TuS Baerl landen: „Danach haben wir am Kuchenstand nur noch Asche verkauft.“

(ps)
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