Rheinhausen: SPD-Politiker zu Gast im Regenbogenhaus

Bei den Helden des Alltags : SPD-Politiker zu Gast im Regenbogenhaus

Die SPD-Politiker Ibrahim Yetim und Rainer Bischoff kamen im Rahmen ihrer Sommertour unter dem Motto „Zuhause in NRW“ ins Regenbogenhaus.

(lw) Im Ruhrgebiet leben Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen zusammen. Damit die Integration funktioniert, wird vor Ort Hilfe geboten. So ist es auch im Rheinhausener Regenbogenhaus. In dieser Woche besuchten die SPD-Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim und Rainer Bischoff die Einrichtung an der Beethovenstraße. Für Yetim war es der Auftaktbesuch seiner Sommertour. Unter dem Titel „Zuhause in NRW“ macht er sich auf den Weg: „Ich möchte vor Ort schauen, wo und wie Integration stattfindet.“ Dabei gehe es vor allem darum, Alltagshelden aufzuspüren und anzuhören, was sie bewegt. „Ich erlebe im Landtag, wie Rechtsextreme über Migranten hetzen, aber nicht mit ihnen reden.“ Das berühre ihn, auch wegen seiner eigenen Biografie: „Meine Eltern kamen 1962 als Gastarbeiter nach Deutschland. Wir haben hier unser Zuhause gefunden.“

Menschen ein neues Zuhause geben – dafür setzen sich auch die Duisburger Ehrenamtlichen ein. Als 2015 die Flüchtlingszuwanderung begann, war die Hilfsbereitschaft groß: „Allein im Regenbogenhaus, das unter Trägerschaft der Grafschafter Diakonie steht, trafen sich rund 50 Helfer“, erinnerte sich Jürgen Voß, Geschäftsbereichsleiter der Sozialen Dienste der Grafschafter Diakonie. „Die Ehrenamtlichen sind oft die Ersten, die sich um Geflüchtete kümmern“, betonte Voß.

Zu den Helfern gehören Elisabeth Buske (73), Ingrid Strauß (68), Ilse Klinge (71), Marlene Kerschka (68), Martina Bleckmann (53) und Thomas Tillmann (72). Ihre Aufgaben reichen von der Begleitung zu Behörden und der Hilfe beim Ausfüllen von Unterlagen bis zum Kontakt mit Schulen und dem Wohnamt. Kerschka beschreibt, wie sie am Montagmorgen beim Wohnungsamt war, weil die Wohnung einer Flüchtlingsfamilie beschlagnahmt wurde: „Ich habe erlebt, dass Flüchtlinge unter dem Sozialhilfesatz leben und zwölf Stunden unbezahlt arbeiten.“

Zur Flüchtlingshilfe kam Sozialpädagogin Kerschka über ihr Interesse, Deutsch zu vermitteln. Eine hauptamtliche Mitarbeiterin kannte die Zugewanderten, organisierte Kennenlerngespräche. „Ich erlebe, wie dankbar die Menschen sind, in einem Land ohne fallende Bomben und Krieg angekommen zu sein“, sagt Bleckmann, die hauptberuflich als Krankenschwester arbeitet. Damit alles professionell passiert, gebe es viele Weiterbildungen, etwa in der Trauma-Begleitung und im Dialog mit Behörden. Die Fortbildungen sind wichtig, weiß Sozialarbeiter Ali Babursah vom Jugendmigrationsdienst im Regenbogenhaus: „Wir betreuen Flüchtlinge zwischen 12 und 27 Jahren, die persönliche Fragen mitbringen. Das kann die Suche nach einem deutschen Sportverein sein oder auch die Frage nach Bildungswegen.“ Weitere Förderung gibt’s im Regenbogenhaus mit der Flü-Kids-Gruppe.

Die Ehrenamtlichen haben Wünsche an die Politik. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, Sprachkurse, Investition in Psychologen und in Betriebe, die Geflüchtete ausbilden. Ehrenamtler und die Politiker waren sich einig: „Die Integration beginnt jetzt richtig und wir müssen hinschauen.“

(lw)
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