Rheinhausen: Politik will Attraktivität des Rheinradweges steigern

Bezirksvertretung Rheinhausen : Politik will Attraktivität des Rheinradweges steigern

Der Rheinradweg verläuft in Rheinhausen entlang der Lkw-Routen im Logport. Für Radtouristen ist das unattraktiv. SPD, Grüne und Linke wollen das ändern.

Mehrtägige Radreisen werden immer beliebter. 5,5 Millionen Deutsche schwangen sich 2018 für größere Touren in den Sattel. Gegenüber 2017 war das laut ADFC, dem Interessenverband der Radfahrer, ein Plus von 300.000. Und auch für 2019 – die Zahlen liegen noch nicht vor – wird wieder mit einem Zuwachs gerechnet. Für Rückenwind sorgen E-Bikes, mit deren Verkauf die Branche 2019 (vermutlich erstmals über eine Million) erneut ein Rekordjahr erzielt haben wird. 4,5 Millionen der 75 Millionen Räder in Deutschland fahren mit Strom.

Flusstouren stehen ganz besonders in der Gunst der Radler. Sie versprechen eine idyllische Szenerie und zeichnen sich meist durch ein eher sanftes Höhenprofil aus. In der Top-Ten der beliebtesten Radfernwege, die der ADFC jedes Jahr veröffentlicht, steht der Rheinradradweg nach Weser-, Elb- und Ruhrtalradweg etwas abgeschlagen auf Platz acht. Da ist, wie die SPD Rheinhausen findet, noch Luft nach oben. Nachdem sie im vergangenen Jahr bereits einen Antrag zur Verbesserung der Situation der Alltagsradler in der BV verabschiedet haben, stellen sie am heutigen Donnerstag gemeinsam mit Grünen und Linken sowie der BL gemeinsam Anträge, die Freizeitradler und Touristen im Blick haben. Die Attraktivität des Rheinradweges soll gesteigert werden und dieser weitere Radtouristen anlocken. „Es ist für die touristische Attraktivität von Duisburg und insbesondere von Rheinhausen sicherlich nicht förderlich, wenn der Rheinradweg gerade hier vom Rhein wegführt, obwohl es möglich wäre, die Radtouristen durch das reizvolle Naturschutzgebiet Rheinaue zu leiten“, erklärt Fraktionschef Marcus Mellenthin. Nötig ist unter anderem der Bau einer Brücke über den Krupphafen, „um die Radtouristen durch das reizvolle Naturschutzgebiet Rheinaue zu leiten.“

Von Basel über das Elsass, die Weinbauregion vorbei an Bingen und Loreley bis Köln werden die Radler am Rhein mit Idyllen geradezu verwöhnt. Bevor es dann weiter Richtung Nordsee geht, führt der Rheinradweg auch durch Rheinhausen. „Doch hier erfahren die landschaftsverwöhnten Radler eine Auszeit“, beklagt Mellenthin. Denn ab Bliersheim verlässt der Weg den Strom und führt durch das Logportgelände und dann über Friedrich-Alfred-Straße, Atroperstraße, Ursulastraße und Hochfelder Straße wieder Richtung Rhein. Das werde dem Namen „Rheinradweg“ und der schönen Rheinaue in Rheinhausen nicht gerecht. Eine Radstrecke entlang der Lkw-Routen im Logport ist zudem problematisch. In einem weiteren Antrag fordern die Antragsteller an fünf Stellen die Beschilderung zu verbessern. Außerdem müsse der Weg verbreitert und die Fahrbahndecke verbessert werden.

Welches Potenzial ein Radweg bieten kann, zeigt der Ruhrtalradweg, der nach 240 Kilometern in Duisburg endet. Zehn Jahre nach seiner Aufwertung 2006 hat der Regionalverband den wirtschaftlichen Effekt überprüft. In dieser Zeit sind die Übernachtungszahlen um 40 Prozent gestiegen, über 7,5 Millionen Radfahrer haben die Strecke befahren. Die Route hat Privatinvestitionen in Höhe von zwölf bis 14 Millionen Euro ausgelöst. Von den Radurlaubern, die im Schnitt 87 Euro (Übernachtungsgäste) am Tag ausgeben (19 Euro bei Tagesausflüglern), profitieren vor allem Pensionen, Hotels und Gaststätten. 3217 Personen wurden dabei befragt.