Rheinhausen: CDU befürchtet unendliche Geschichte am alten Sportplatz

Rheinhausen : CDU befürchtet unendliche Geschichte am alten Sportplatz

Kärcher wollte in Rheinhausen expandieren, konkreter wurden die Pläne jedoch nie. Die CDU hat dazu zahlreiche Fragen.

Die Woma GmbH ist unter den in Rheinhausen ansässigen Unternehmen eine echte Perle, ein Weltmarktführer auf dem Gebiet von Ultra-Hochdruckgeräten und Wasserstrahlwerkzeugen, deren Druck so hoch ist, dass er Material schneiden kann. Schon vor über zehn Jahren gab es erste Expansionspläne. 2008 betrieben die Woma-Manager eine Verdoppelung ihrer eigenen Betriebsfläche und hatten dafür bereits ohne Erfolg die benachbarte Fläche des Turnerbundes, der hier einen Asche- und einen Rasenplatz hatte, im Blick.

2011 stieg die Alfred Kärcher GmbH zunächst mehrheitlich bei der Woma ein und übernahm sie dann 2013 komplett. Als dann auch Kärcher Expansionspläne hegte, war die Euphorie bei Politik und Verwaltung groß. Inzwischen ist es aber still um Kärcher geworden und die CDU fürchtet, dass die Entwicklung des ehemaligen Sportgeländes zwischen Moerser Straße, Margarethenstraße und Werhauser Straße zur unendlichen Geschichte werden könnte, wie es Fraktionschef Ferdi Seidelt ausdrückt, der in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 16. Januar zu dem Thema noch einmal bei der Verwaltung nachhaken möchte.

Seidelt nennt noch einmal die entscheidenden Daten. 2015 war der Turnerbund endgültig zum OSC Rheinhausen gewechselt. Zuvor hatte die Stadt 2013 die Weichen für eine stille gewerbliche Nutzung gestellt und damit dem benachbarten Unternehmen die Expansion ermöglicht. Der Stadtrat hatte dafür die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Ziel war die Schaffung eines Gewerbegebiets, das auch auf die sensible umliegende Wohnbebauung Rücksicht nehmen sollte – also freie Bahn für ein Engagement des südwestdeutschen Familienunternehmens mit zwei Milliarden Euro Umsatz und 13.000 Mitarbeitern weltweit. Nunmehr war 2015 nach dem erfolgreichen Kauf des TB-Geländes ein „Kärcher-Center“ mit neuen Produktionsanlagen und einem Verkaufsgeschäft für Hochdruckreiniger geplant. Die Überplanung und Bebauung der Fläche verzögerte sich aber, so dass die Stadt das Gelände bis 2018 für die Aufstellung einer Traglufthalle zur Flüchtlingsunterbringung nutzen durfte. Sie ist inzwischen ebenso wieder abgebaut wie die daneben stehenden Container.

Zuletzt hatte die CDU-Fraktion im Oktober 2018 in der Bezirksvertretung Rheinhausen vorgesprochen. „Substanzielle Informationen hinsichtlich der Planungen von Woma Kärcher Group sind uns nicht mitgeteilt worden“, bedauert Seidelt. „Wir suchen händeringend nach Gewerbeflächen und lassen diese Fläche einfach links liegen. Das kann nicht sein.“

Zwölf Jahre nach den ersten Expansionsgelüsten erhöht die Fraktion jetzt den Druck und will die Verwaltung mit gezielten Fragen löchern: Hat die Verwaltung Kenntnis darüber, ob die Woma Kärcher Group noch an einer Betriebserweiterung festhält? Wenn ja, liegen der Verwaltung Details über Umfang und Zeitpunkt vor? Wenn nein, welche Vorstellungen hat die Verwaltung für die künftige Entwicklung? Würde die Stadt das Grundstück wieder zurückkaufen, um die Entwicklung hier besser steuern zu können? Sollte keine Betriebserweiterung mehr verfolgt werden, sei zu prüfen, was Kärcher mit dem Grundstück vorhat, wie der Standort überplant und genutzt werden soll.

(stt)