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Duisburg-Rheinhausen: Resolution gegen Kraftwerk Borssele

Duisburg-Rheinhausen : Resolution gegen Kraftwerk Borssele

Die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen und Linke in der Bezirksvertretung Rheinhausen haben von ihrem Recht Gebrauch gemacht und Widerspruch gegen das geplante Kernkraftwerk im niederländischen Borssele eingelegt.

Man wolle damit "ein politisches Zeichen setzen", erklären Manfred Krossa, Ferdi Seidelt, Heiner Leiße und Werner Roming. Ihnen sei klar, dass sich die Bezirksvertretung in erster Linie um kommunalpolitische Belange kümmern sollte. "Doch im Falle einer Störung wären auch wir betroffen, und daher erheben wir unsere Stimme und lehnen dieses Projekt ab."

Die GAUs der Kernkraftwerke von Tschernobyl und Fukushima hätten gezeigt, dass Kernkraftwerke eine nicht kalkulierbare Gefahr für die Menschen darstellten, argumentieren die Politiker. "Einmal außer Kontrolle geraten, stellen sie selbst für technisch hochentwickelte Nationen kaum beherrschbare nukleare Verläufe dar." Viele Argumente dagegen Außerdem, erläutern sie, werde seit dem Start der friedlichen Nutzung der Kernspaltung über eine sichere Endlagerung diskutiert, würden Lagerstätten untersucht und viel Geld für Gutachten investiert.

Eine Lösung gebe es bis heute nicht. "Wer sollte auch die Verantwortung übernehmen für eine sichere Endlagerung über mehrere 100 000 Jahre?" Der Zeitraum seit Christi Geburt sei einigermaßen überschaubar; die für eine sichere Endlagerung nötigen Zeiten lägen dagegen außerhalb der menschlichen Vorstellungskraft. Die Niederlande seien, wie die Bundesrepublik Deutschland, ein sehr eng besiedeltes Land.

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Die Anzahl der durch einen Gau betroffenen Bürger wäre entsprechend groß. Die Hilfsmaßnahmen bei einem Störfall würden auch gut ausgebildete Rettungskräfte vor fast nicht lösbare Probleme stellen. "Im Fall eines Gaus würde, bei der vorhandenen Dichte der Bevölkerung, das Rettungswesen kollabieren, das Leben sehr vieler Menschen wäre schlagartig in Gefahr", warnen Krossa, Seidelt, Leiße und Roming.

Für dieses Szenario seien unsere Rettungsorganisationen nicht ausgebildet, es gebe kein Management für solche Fälle. All dies habe die Bundesregierung Deutschland dazu veranlasst, aus der Energiegewinnung durch Kernkraft auszusteigen. "Wir hoffen, dass dieser Weg auch in den Niederlanden beschritten wird", so die Bezirkspolitiker.