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Duisburg: Requiem für die Verstrahlten

Duisburg : Requiem für die Verstrahlten

Ulla Weltike leitet eine Tanztheaterproduktion zum Gedenken an die Opfer der Reaktorkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl. 50 junge Tänzer setzen im Ruhrorter Gemeindehaus ein Zeichen gegen das Vergessen.

Ulla Weltike, die renommierte Leiterin des Jugendtanztheaters und des Duisburger Tanztheaters, hat mit insgesamt 50 Tänzerinnen und Tänzern ein "Requiem" zum Gedenken an die Opfer der Reaktorkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl erarbeitet. Im Historischen Gemeindehaus in Ruhrort, am 10. und 11. März, ein Jahr nach Fukushima, soll für alle Betroffenen getanzt werden, als Zeichen gegen das Vergessen.

Die Idee für diese Art der künstlerischen Aufarbeitung einer Katastrophe, die noch Generationen beschäftigen wird, wurzelt in einem Projekt anlässlich des 25. Jahrestages der Reaktorexplosion von Tschernobyl. Ulla Weltike erarbeitete bereits im vergangenen Sommer eine Produktion mit dem Thema "ÜBERLEBEN in BELARUS". 60 junge Tänzer aus Belarus und aus dem Ruhrgebiet beteiligten sich an diesem Projekt, dessen Vorbereitung durch die Zerstörung des Reaktors in Fukushima überschattet wurde. Die Verbindung dieser beiden Ereignisse wurde zum Anlass für das Tanztheaterstück, das daran gemahnen soll, dass sich die Fehler, die in Tschernobyl gemacht worden waren, wiederholt hatten.

Die jungen Tänzer, die größtenteils noch nicht geboren waren, als sich der Supergau in Tschernobyl am 26. April 1986 ereignete, standen vor der Aufgabe, die Tragweite dieses erneuten Reaktorunfalls künstlerisch umzusetzen. Entstanden ist ein Tanztheaterstück, das den Ärger und die Ängste der Betroffenen verkörpern soll, aber auch den Zuschauer auffordert, den eigenen Umgang mit Energie zu überdenken.

Neben den Vorstellungen am 10. und 11. März wird das Requiem am Mittwoch, 18. April, erneut im Ringlokschuppen Mülheim zu sehen sein, als Auftaktveranstaltung zum 20. Jahrestag der Initiative Tschernobyl e.V. Mülheim. Am Donnerstag, 26. April, wird an die Tschernobyl-Katastrophe mit der Carmina Burana in der Stadthalle Mülheim erinnert. Dafür reisen 50 junge Tänzerinnen und Tänzer aus Belarus an, um gemeinsam mit den Tänzern aus dem Ruhrgebiet unter Leitung von Ulla Weltike die Produktion vom Sommer 2011 in Belarus wieder aufzunehmen. Haruno Ikeda-Sprotte und ihr Mann Dirk Sprotte werden die Veranstaltungen musikalisch begleiten. Im April werden sie von belarussischen Musikern unterstützt. Der britische Choreograph Royston Maldoom, der bereits zahlreiche Preise für sein soziales Engagement erhalten hat und als choreographischer Direktor schon mehrfach mit Ulla Weltike zusammenarbeitete, wird die Veranstaltung als Gast unterstützen.

Ikeda-Sprotte, die aus der Region um Fukushima stammt, wird eine Aufzeichnung der Produktion, ihre Berichte und Geld in die Region weiterleiten, um den Menschen dort zu zeigen, dass sie nicht vergessen werden.

(RP)