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Duisburg: Renovierungsfest zum Abschied

Duisburg : Renovierungsfest zum Abschied

Nach sechs Jahren mit Gerüsten sind die Erneuerungsarbeiten an der Hamborner St.-Norbert-Kirche nun abgeschlossen. Das wird am kommenden Freitag gefeiert. Zugleich muss Pfarrer Andreas Willenberg Ende des Monats Abschied aus Duisburg nehmen.

Die Hamborner St.-Norbert-Kirche ist für die Zukunft bestens gerüstet. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass heute niemand sagen kann, ob die Kirche nach 2015 noch eine große Zukunft haben wird. Bekanntlich hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck verfügt, dass St. Norbert in drei Jahren zur immer größer werdenden Gruppe der "weiteren Kirchen" gehören soll, also Kirchen, für deren Instandhaltung das Bistum Essen kein Geld mehr zur Verfügung stellt.

 Die St. Norbert-Kirche mit ihrem charakteristischen 85 Meter hohen Turm.
Die St. Norbert-Kirche mit ihrem charakteristischen 85 Meter hohen Turm. Foto: andreas probst

Geburtstags- statt Abschiedsfeier

Das soll die Gemeinde aber nicht daran hindern, den Abschluss der großen, insgesamt sechsjährigen Renovierungsarbeiten, die rund 1,7 Millionen Euro gekostet haben, zu feiern. Das meint jedenfalls Pfarrer Andreas Willenberg, der sein Amt als Pfarrer zum 1. September aufgeben muss, um nach einer dreimonatigen Pause, die er in einem Kloster in der Nähe des Bodensees verbringen kann, eine neue Stelle als Pastor im Ruhrbistum zu übernehmen. Wo das sein wird, erfährt Willenberg offiziell am morgigen Sonntag, wenn er mit der Gemeinde seinen 47. Geburtstag feiert.

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Emotionen

Eine Abschiedsfeier wünscht Willenberg ausdrücklich nicht. Das würde die Emotionen von engagierten Gemeindemitgliedern unnötig belasten, meint er. Die letzten Tage, die Willenberg als Pfarrer in St. Norbert verbringt, sollen so fröhlich und zuversichtlich wie möglich gestaltet werden.

Wenn das Datum der Herabstufung der St.-Norbert-Kirche zur "weiteren Kirche" nicht feststünde, dann könnte man in der Tat unbeschwert feiern. In den vergangenen Jahren wurde die knapp 110 Jahre alte Kirche im großen Stil erneuert und erstrahlt nun, wie es fast pathetisch heißt, "im neuen Glanz". Zunächst war der 85 Meter hohe Turm der Kirche instand gesetzt worden, anschießend wurde das Dach der Kirche repariert, das im Januar 2007 durch den legendären Sturm "Kyrill" beschädigt worden war. In den folgenden Jahren wurde die gesamte Außenhülle von St. Norbert, einschließlich der Fenster und Schutzverglasungen, renoviert. Zusätzlich ist die Innenausstattung der Kirche umfangreich ergänzt worden: Der Künstler Horst Schneider schuf beispielsweise einen fünfteiligen Bilderzyklus über das Leben des heiligen Norbert. Seit kurzem gibt es in dem großen Kirchgebäude einen schönen Kindergottesdienstraum. In einem ehemaligen Abstellraum innerhalb der Kirche wurde eine "Winterkirche" mit einer eigenständigen Heizung eingerichtet: So muss nicht der gesamte große Kirchraum beheizt werden, wenn in kleinerem Rahmen ein Gottesdienst gefeiert wird. Katholiken aus dem Duisburger Norden freuen sich darüber, dass bedeutende sakrale Gegenstände aus nicht mehr genutzten Kirchen der Nachbarschaft nun in der St.- Norbert-Kirche zu finden sind, beispielsweise das bronzene Taufbecken mit fließendem Wasser aus St. Paul oder der Tabernakel aus St. Martin.

Junger Förderverein

Vor kurzem hat sich ein Förderverein St. Norbert gebildet, der sich darum bemüht, die Kirche als Gottesdienstort langfristig zu nutzen. Der Bischof hatte im Januar ausdrücklich erklärt, "dass die Kirche St. Norbert auch über 2015 hinaus so lange für Gottesdienste und Gebete genutzt werden kann, wie der Kirchenvorstand der neuen Pfarrei ... dies für verantwortbar hält und finanzieren kann".

Der Abschluss der langjährigen Renovierungsarbeiten wird am Freitag, 24. August, ab 19 Uhr, in der Kirche gefeiert. Dann wird auch der Bildband "St. Norbert Duisburg-Hamborn" vorgestellt, an dem Pfarrer Andreas Willenberg in den vergangenen Monaten mit viel Engagement gearbeitet hat.

Die hervorragenden Fotos stammen von Mona Hoffmann, die Pfarrer Willenberg noch vor seinem Abschied trauen wird.

(RP)