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Duisburg: Reisen, wandern, klönen, fotografieren

Duisburg : Reisen, wandern, klönen, fotografieren

Die Initiative Netzwerk 55plus hat sich hervorragend entwickelt. Rund 200 Menschen haben sich dadurch kennengelernt. Sie radeln, wandern und fotografieren gemeinsam und sind mit viel Engagement bei der Sache.

Als hätten die Leute genau darauf gewartet: aufs Netzwerk 55plus. Das große Interesse bei der Auftaktveranstaltung im Frühjahr vergangenen Jahres war keine Eintagsfliege. Fast 200 Leute jenseits der 55 kommen seitdem durch diese Initiative regelmäßig zusammen. Sie radeln, wandern, klönen, lernen, besuchen Konzerte und knüpfen neue Kontakte. Zehn Gruppen gibt es mittlerweile. Bis auf die Englischgruppe sind diese weiterhin für neue Interessenten offen.

Die Fotogruppe schwärmte in der letzten Woche im Innenhafen aus. Wolfgang Schütze aus Buchholz wechselt gerade das Objektiv, um den Reiher ins rechte Bild zu rücken. Andere bauen ein Stativ auf. Ruth Stoppelkamp aus Großenbaum sucht die gegenüberliegende Häuserfassade nach interessanten Spiegelungen ab. Sie ist mit einer Pocketkamera unterwegs. "Die Gruppe ist bunt gemischt, sowohl was die Ausrüstung als auch was das Fachwissen angeht", sagt Siegfried Enge, der Leiter der Gruppe.

Oft strampeln bis zu 20 Teilnehmer bei den Fahrradtouren mit. Foto: unknown

Experten wie Wolfgang Schütze geben ihr Wissen weiter, erklären den Umgang mit Blenden und Zeiteinstellung. Die Bilder, die bei den Exkursionen entstanden, werden bei den Treffen im Gemeindehaus von Trinitatis in Wedau besprochen. Was ist gut gelungen, wie hat der Fotograf diesen oder jenen Effekt erzielt? "Wir wollen nicht zu techniklastig sein. Es geht auch darum, den Blick für das Motiv zu schulen", sagt Enge. Er ist der Motor der Gruppe, organisiert Treffen und schlägt Exkursionen vor. Und das nicht nur in der Fotogruppe, sondern auch bei den Radlern sowie im Gesprächskreis "Gott und die Welt". Außerdem betreut er die Homepage. "Ich kann nicht einfach nur auf dem Sofa rumsitzen", sagt der Mann, der früher Rennrad gefahren ist. In der Radgruppe des Netzwerks geht es eher um Genusstouren. Geradelt wird dreimal im Monat. Wichtig ist der gesellige Aspekt, eine Einkehr obligatorisch. Enge fährt die Runde vorher ab und sucht entsprechende Lokalitäten - "nicht zu teuer" - aus.

Oft strampeln bis zu 20 Teilnehmer mit, einige davon auf dem E-Bike. Zwei Drittel der Netzwerker sind Frauen. "Die sind einfach aktiver", glaubt Roswitha Nieschulze, die in verschiedenen Gruppen mitmischt. Abgesehen von den Städtereisenden, die sich am Wochenende treffen, sind die meisten Teilnehmer bereits in Rente. Das Wort Senior will aber niemand von ihnen hören. Enge:"Das sind alles aktive Leute, die fühlen sich nicht alt."

Der Erfolg liege an der unkomplizierten Organisationsform. "Man muss keinem Verein beitreten, kann jederzeit kommen oder gehen". Außerdem sind die Angebote kostenfrei, weil alles ehrenamtlich läuft. Enge: "Es ist alles ganz locker. In der Regel duzt man sich. Beruf oder gesellschaftliche Stellung spielen keine Rolle". Dass auch ein Bankdirektor a. D. dabei ist, erfährt man eher zufällig.

(RP)