1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Reges Treiben auf dem Wochenmarkt

Duisburg : Reges Treiben auf dem Wochenmarkt

Zwar ist Hochemmerich reich an Supermarkt-Filialen, zum Wochenmarkt an der Atroper Straße kommen die Menschen aus Rheinhausen und dem Umland trotzdem gerne. Beobachtungen, kurz bevor die Händler einpacken müssen.

Der Markt ist an diesem wolkenverhangenen Mittag gut besucht, Kunden stöbern im Marktgetümmel nach preisgünstigen Produkten, hinter den Ständen schwirren Händler wie Obst- und Gemüsemann Wilhelm Röckrath geschäftig hin und her. Zeit, sein neuestes Spielzeug vorzuführen, hat er aber in jedem Fall: eine Orangensaftpresse, die er erst vor wenigen Wochen für seinen Familienbetrieb erstanden hat. "Geil", kommentiert Röckrath, während er zwei Becher Saft zu je einem Euro befüllt. "Die Leute trinken ohne Ende. Und leicht zu reinigen ist das Teil auch." Dann wendet er sich bereits wieder seinen Kunden zu und bewirbt seine knallroten Moseläpfel. "Die waren letzte Woche noch auf dem Baum."

Die Früchte der Arbeit von Uschi Bögner und ihren beiden Mitarbeitern warten in der Auslage ihrer Fleischtheke auf Abnehmer. Ob das Geschäft laufe? "Läuft immer gut", sagt eine gut gelaunte Metzgermeisterin. Wie die meisten Händler führt sie das Geschäft bereits in fortwährender Generation. Am Marktgeschehen schätze sie insbesondere die Atmosphäre und den Umgang mit den Kunden, viele kennt sie schon seit Jahren. Etwa 30 Minuten hat der Markt noch geöffnet, bevor die Händler eine Stunde Zeit haben, ihre Stände abzubauen und in ihre Anhänger zu verfrachten.

  • Einer der Tatorte des 4. Mai
    Nach Clan-Schießerei : Duisburger Hells Angels könnten sich aufgelöst haben
  • Die Ukrainerin soll nach ihrer Flucht
    Polizei ermittelt : Mitarbeiter in Duisburger Flüchtlingsunterkunft soll Ukrainerin missbraucht haben
  • Die Frau erlag im Krankenhaus ihren
    Tödlicher Unfall in Duisburg : Fußgängerin wird auf Schlachthof-Gelände von Lkw überrollt

Während Obst und Gemüse einfach zurück in Kisten gepackt werden können, stehen die Verkäufer in Schützlers Fischpavillon vor einer besonderen Herausforderung, es muss nämlich die Kühlkette aufrechterhalten werden. "Am Montag verkaufen wir die Ware dann in Xanten weiter", sagt Inhaber Schützler, während er einen Fisch aus seiner Auslage nimmt und mit gekonnten Handgriffen zerlegt. Die meisten Tiere, so erzählt es der Verkäufer, stammen aus dem Nordostatlantik und angrenzenden Gewässern.

Ein paar Ecken weiter steht der Obst- und Gemüsestand von Achim Petkens. Und der ärgert sich gerade über sein Handy, auf dem er - vergeblich - ein selbst gedrehtes Video über seinen aus Kerken stammenden Betrieb anschauen wollte. Petkens und Familie sind bereits seit 1948 auf dem Wochenmarkt präsent. Von Stress beim Abbau geht er trotz der Größe des Stands nicht aus. "Wir sind ein eingespieltes Team und der Rhythmus des Rein- und Rausfahrens hat sich unter den Marktleuten etabliert." Was passieren würde, sollten die Händler um 14 Uhr den Platz nicht geräumt haben? "Wir müssen, dann stehen hier die Kehrmaschinen." Petkens und seine fleißig mit anpackende Familie sind Markthändler mit Leib und Seele, da macht ihnen auch das frühe Aufstehen nichts aus. "Der Markt ist hochinteressant, 90 Prozent unserer Kunden sind Stammkunden", sagt er. "Es ist ein Leben und Erleben."

Um ihn herum beginnen die Verkäufer bereits damit, ihre Zelte abzubrechen. Nur Petkens direkter Nachbar, der Eierhändler, hat die Ruhe weg. "Ich habe ja nur ein paar Paletten Eier, sind schnell verstaut", sagt er fröhlich. Um 14 Uhr kann dann tatsächlich die städtische Reinigungstruppe anrücken, um die Reste des Treibens zu entfernen. Am Mittwoch sind die Händler dann wieder da, pünktlich um 7 Uhr.

(RP)