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Duisburg: Reger Betrieb und gähnende Leere

Duisburg : Reger Betrieb und gähnende Leere

In 17 Wahllokalen konnten Duisburgs Kinder und Jugendliche gestern zur "Bundestagswahl" gehen. Im Wahllokal am Steinbart-Gymnasium in der Innenstadt gaben mehr als 1000 Schüler ihre Stimme ab.

André Noack, Lehrer für Sozialwissenschaften an der Schule, organisierte dort mit seinen Kollegen die Aktion. "Wir haben im Vorfeld mit den Schülern über Wahlprogramme gesprochen und auch eine Podiumsdiskussion mit Politikern wurde organisiert", erzählte er. Informieren konnten sich die in Wirklichkeit noch nicht Wahlberechtigten durch Broschüren und Parteiprogramme. Sogar die Tierschutzpartei bekam ihr Forum, weil sie bei der vergangenen U18-Wahl mehr als fünf Prozent der Stimmen erzielt hatte und damit in den Bundestag eingezogen wäre.

Unter den begeisterten Jungwählern befand sich der 15-jährige Jan Fieder. "Ich finde die Aktion gut, weil ich dadurch mehr Interesse an Politik bekommen habe", sagt er.

Dass bei der U-18-Wahl alles reibungslos ablief, war vielen fleißigen Helfern wie der 17-jährigen Schülerin Lea Steen zu verdanken. Mit einigen Mitschülern hakte sie die Namen der Wahlberechtigten auf der Wahlliste ab und sicherte, dass jeder geheim abstimmen konnte. "Ich bin dafür, dass das Wahlalter gesenkt wird, viele Jugendliche sind mit 16 Jahren schon an Politik interessiert", ist sie überzeugt. Ihr Lehrer André Noack ist da anderer Auffassung: "Themen wie Steuerpolitik sind zu komplex für Jugendliche, sie passen oft gar nicht in deren Lebenswelt."

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Anders als im Steinbart Gymnasium herrschte im Rheinhauser Wahllokal im Komma-Theater mittags gähnende Leere. Martin Müllerhöltgen, Mitarbeiter des Theaters, hatte alles vorbereitet: Auf dem Tresen lagen Stimmzettel und die Informationsbroschüren aus. Doch keiner kam. Dabei hatte Müllerhöltgen viele Schulen direkt eingeladen, an der Wahl teilzunehmen. "Meine Kollegin ist schon einkaufen gegangen, weil wir hier nichts zu tun haben", scherzte er. "Wir hatten gehofft, dass das Angebot auf mehr Interesse stoßen würde. Vielleicht kommt noch der ein oder andere Schüler später vorbei."

Nach der Schließung der Wahllokale begann wie bei den echten Wahlen die Auszählung. Wie der Nachwuchs gewählt hat, kann unter www.u18.org nachgeschaut werden. Dort ist auch das Ortsergebnis für Duisburg zu finden.

(RP)