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Duisburg: Regenbogen feiert 30-jähriges Bestehen

Duisburg : Regenbogen feiert 30-jähriges Bestehen

Bei einer Feier in der Alten Feuerwache in Hochfeld blickten Vereinsvorstand und Mitarbeiter auf die Geschichte des Vereins zurück. Trotz des bisher Erreichten, sei die Inklusion eine große Herausforderung.

Seit 30 Jahren unterstützt der Verein "Regenbogen Duisburg" psychisch erkrankte Menschen. Anlässlich dieses Jubiläums lud der Vereinsvorstand gestern Mitarbeiter und Vertreter aus der Politik zu einer Feier in der Alten Feuerwache in Hochfeld ein. Elisabeth Hofmann, Geschäftsführerin des Vereins und der 1990 gegründeten Tochtergesellschaft "Regenbogen Duisburg GmbH", blickte auf die vergangenen Jahrzehnte zurück und zog ein Zwischenfazit der geleisteten Arbeit. "Wir haben in Duisburg Psychiatriegeschichte geschrieben und können stolz sein auf das Erreichte", sagte die frühere Vorsitzende. Regenbogen habe sich nicht nur durch die Einrichtungen, sondern insbesondere durch die Arbeit einen guten Ruf, auch über die Grenzen der Stadt hinaus, erworben.

Derzeit werden 2600 Menschen von den 160 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut und beraten – Tendenz steigend. Jörg Bickenbach, Vorsitzender des Vereins, erinnerte in seiner Ansprache an die Gründungsphase: "Im Jahr 1983 haben sich 16 Bürgerinnen und Bürger zusammengeschlossen, um Nägel mit Köpfen zu machen." Ein Bericht über die Psychiatrie in Deutschland von 1975 hätte aufgedeckt, dass die Missstände damals gravierend waren. Duisburg sei seinerzeit als "Notstandsgebiet" im Hinblick auf die psychiatrische Versorgung bezeichnet worden. "Viele psychisch Kranke mussten in Heimen ein trostloses Dasein fristen. In Duisburg gab es pro Jahr rund 1500 Zwangseinweisungen in die Heime in Viersen und Bedburg-Hau", so Bickenbach. Als eines der ersten Vereinsangebote rief Regenbogen das betreute Wohnen ins Leben. "Es geht darum, den Betroffenen ein normales Leben zu ermöglichen", so der Vorsitzende.

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In den 30 Jahren des Bestehens habe man allerdings auch Rückschläge verarbeiten müssen. So seien durch die aus wirtschaftlichen Gründen notwendig gewordene Schließung des "CAP-Marktes" in Neudorf 17 wertvolle Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung weggefallen. Durch die Neueröffnung eines Großsupermarktes in direkter Nachbarschaft hätte der kleine Laden keine Zukunftschance gehabt. Oberbürgermeister Sören Link zitierte in seiner Rede aus einer Studie. Daraus ging hervor, dass derzeit einer von vier Menschen im Laufe seines Lebens eine psychische Erkrankung durchlaufe. Besonders Depressionen seien auf dem Vormarsch und könnten bis zum Jahr 2020 zur Volkskrankheit werden. "Es kann jeden treffen. Immer mehr Menschen brauchen Hilfe, die der Staat allein nicht leisten kann", so der Oberbürgermeister. Dies zeige die Bedeutung von Einrichtungen wie "Regenbogen". Der Verein habe in den vergangenen drei Jahrzehnten dazu beigetragen, "Versorgungslücken zu schließen", sagte Link.

Elisabeth Hofmann formulierte die Kernaufgabe von "Regenbogen" in den nächsten Jahren. "Wir haben noch viel zu tun. Inklusion braucht Zeit. Wir müssen die Barrieren aus den Köpfen räumen", sagte die Geschäftsführerin.

(RP)