Duisburg: Rege Bautätigkeit am neuen Haus für VHS und Bibliothek

Duisburg : Rege Bautätigkeit am neuen Haus für VHS und Bibliothek

Die Projektentwickler des Stadtfensters teilten gestern mit, dass einer planmäßigen Übergabe im August nichts im Wege steht.

Die Übergabe des Stadtfensters an die Stadt Duisburg im August rückt näher. Derzeit laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren, damit der neue Sitz von Volkshochschule und Stadtbibliothek nach dem Innenausbau planmäßig Mitte nächsten Jahres eröffnet werden kann. Projektentwickler Axel Funke, Vorstandsvorsitzender der Fokus Development AG, und Hein Nanninga, Geschäftsführer von Multi Development Germany, führten gestern durch das Gebäude.

"Wir sind in der heißen Phase. Derzeit sind hier mit 60 bis 70 Arbeitern alle Gewerke vertreten. Wir sind zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann", sagte Hein Nanninga. Der Baufortschritt verlaufe von den oberen Etagen Schritt für Schritt weiter nach unten. Während derzeit daran gearbeitet wird, die fensterreiche Außenfassade fertigzustellen, laufen gleichzeitig die Vorbereitungen für den endgültigen Innenausbau. Die Rohrleitungen sind verlegt und aus der Decke hängen zahlreiche Stromleitungen. Außerdem wird Ende des Monats der Fahrstuhl eingebaut, der die vier Etagen verbinden wird.

Die künftigen Hauptmieter gerieten gestern ins Schwärmen. "Wir bekommen hier eine hochattraktive, moderne und zukunftsgerichtete Bibliothek für die nächsten 25 Jahre", freute sich Dr. Jan-Pieter Barbian, Leiter der Stadtbibliothek Duisburg, der in der Vergangenheit gerne mal einen größeren Platzbedarf anmeldete. Im ersten Geschoss des neuen Gebäudes wird es einen Bereich für Kinder- und Jugendliteratur geben. Das Angebot, das mit 250 000 Euro vom Land gefördert wird, umfasst eine Kinderbibliothek, die in verschiedene Altersgruppen sortiert ist, einen "Teen Point" mit Jugendmediathek sowie ein Schüler-Center mit Computer-Pool für spezielle Schulungen. Einen besonderen Raum möchte Barbian in der dritten Etage etablieren. In einer "Schatzkammer", durch die spezielle Führungen angeboten werden, können die Besucher ab 2015 besonders historisch wertvolle Bücher einsehen, angefangen beim Sachsenspiegel, dem ältesten Rechtsbuch des deutschen Mittelalters. Mit genauso großer Vorfreude sieht Dr. Gerhard Jahn dem Umzug entgegen: "Bisher mussten wir immer damit leben, dass wir wegen zu wenig Platz zwei Standorte haben. Bald können wir hier unsere innerstädtischen Aktivitäten endlich konzentrieren und haben ganze 3500 Quadratmeter zur Verfügung", sagte der Leiter der VHS. Mit "hervorragend ausgestatteten Räumen" und einem Lernangebot, das "up to date" ist, hofft Jahn auf steigende Teilnehmerzahlen. Insgesamt 18 je 45 Quadratmeter große Seminarräume, die im obersten Stockwerk entstehen, sollen das Interesse für Lernen, Fort- und Weiterbildungen wecken. "Alles ist lichtdurchflutet, es gibt große Fenster und eine wunderbare Lernatmosphäre", so Jahn. Lediglich einige spezielle Lehrgänge müsse man auch nach dem Umzug außerhalb anbieten, beispielsweise in Berufsschulen. Dies sei jedoch in Anbetracht der Tatsache, dass die VHS Duisburg an der zehnten Stelle der größten deutschen Volkshochschulen steht, unvermeidlich. Die jeweils 300 Quadratmeter großen Foyer-Bereiche im Erdgeschoss und der ersten Etage werden von Stadtbibliothek und VHS gemeinsam genutzt und beherbergen unter anderem das Literaturbistro, in dem Literaturveranstaltungen durchgeführt werden.

"Hier tut sich etwas. Es entsteht ein attraktives, zeitgemäßes Angebot, das den Bildungsstandort Duisburg deutlich aufwertet", urteilte Oberbürgermeister Sören Link bei der Baustellenbegehung. Mit der Eröffnung des Stadtfensters gehe außerdem eine deutliche Aufwertung des Altstadtquartiers einher. So könne künftig die Besucherfrequenz auf der Münzstraße sowie auf der Beeckstraße erhöht werden, sagte der OB.

(RP)