Ralf Jäger beim Thekengespräch in Duisburg

Nach Wahlschlappe : SPD stellt sich beim Thekengespräch

Der Duisburger SPD-Chef Ralf Jäger stellte sich nach der Wahlschlappe der Sozialdemokraten beim Thekengespräch in Buchholz den kritischen Fragen der Bürgerinnen und Bürgern.

Nicht nur die junge Schülerin der Buchholzer Gemeinschaftsgrundschule Böhmerstraße war enttäuscht, dass OB Sören Link nicht wie angekündigt beim Thekengespräch der SPD in der Buchholzer Gaststätte „Pillepalle“, der früheren „Keglerschänke“, dabei war. Auch die übrigen Gäste hätten vermutlich gerne mit ihrem Oberbürgermeister über das eine oder andere Problem vor Ort gesprochen, doch in Düsseldorf wurde Duisburgs erster Bürger an diesem Tag dringend gebraucht. Immerhin wurde dort das für die SPD nicht gerade erfreuliche Wahlergebnis analysiert, und da ist Sören Link als stellvertretender Landesvorsitzender halt gefragt.

Ihr Anliegen konnte die Schülerin aber dennoch loswerden. Ralf Jäger, der Vorsitzende der Duisburger SPD, versprach den Brief an den Oberbürgermeister weiterzugeben. Darin beschrieb die Neunjährige, dass die Toiletten an der Schule „in einem ganz schlimmen Zustand sind“ und bat auch im Namen ihrer Mitschüler um schnelle Abhilfe („Dort ist es total eklig“).

Ralf Jäger hatte aber schon mal gute Nachrichten für die junge Klageführerin. „Duisburg bekommt 52 Millionen Euro aus dem Programm ‚Gute Schule 2020‘, daraus werden auch alle Schultoiletten saniert“, erläuterte der Duisburger Chef der Sozialdemokraten.

„Dahin, wo es weh tut“ geht die Duisburger SPD seit Anfang des letzten Jahres. Dabei kann es durchaus ab und zu hoch hergehen. In Buchholz war der Treff mit den Bürgern diesmal eher eine gemütliche, aber durchaus informative Gesprächsrunde. Neben Ralf Jäger standen noch die Landtagsabgeordnete Sarah Philipp, der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir, die Ratsherren Dieter Lieske und Sascha Röser sowie die Bezirksbürgermeisterin Beate Lieske bereit, um mit den Bürgerinnen und Bürgern beim Bierchen ins Gespräch zu kommen.

Ralf Jäger hatte sich zu Antje Albrecht, Beate Carbuhn und Helga Ulms an den Tisch gesetzt. Schnell kam man auf die neuen Wohnbauprojekte im Duisburger Süden zu sprechen. Dabei erläuterte Jäger, dass es wichtig für die Stadt Duisburg sei, attraktives Wohnen für einkommensstärkere Familien anbieten zu können. Helga Ulms konnte das nachvollziehen, bedauerte aber, dass in diesem Zusammenhang „immer mehr Grünflächen verschwinden“.

Dass bei der Europawahl deutschlandweit rund zwei Millionen SPD-Wähler nicht zur Wahl gegangen seien, macht Ralf Jäger nach eigenen Angaben Sorgen. Manfred Buchholz wundert sich nicht darüber: „Ihr redet an den Leuten vorbei, für mich ist Familienpolitik ganz wichtig. Dazu gehört auch bezahlbarer Wohnraum.“ Dabei rechnet er vor: „Ich habe zwei Kinder, dass Kindergeld geht direkt wieder für den Kita-Beitrag drauf. Und eine 4-Zimmer-Wohnung muss ebenfalls bezahlt werden.“ Der junge Familienvater schlägt vor, dass man die Kita-Gebühr einkommensabhängig berechnet: „Das wäre gerechter.“ Ralf Jäger erinnerte seinen Gesprächspartner daran, dass die letzte rot-grüne Landesregierung immerhin dafür gesorgt habe, dass das erste Kita-Jahr gebührenfrei ist. Trotzdem sei es unbefriedigend, dass die Beiträge in armen Städten höher als in reichen Kommunen seien. Jäger hat dazu eine klare Meinung: „Das ist einfach ungerecht.“

Mehr von RP ONLINE