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Duisburg: Räubertochter als Familienoper

Duisburg : Räubertochter als Familienoper

Am Donnerstag, 26. Februar, um 11 Uhr, gibt die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg in ihrem Duisburger Haus die Uraufführung der Familienoper "Ronja Räubertochter" nach Astrid Lindgren von Jörn Arnecke.

"Junge Opern Rhein-Ruhr" heißt die Kooperation der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg mit den Theatern in Dortmund und Bonn, um gemeinsame Kompositionsaufträge für Familienopern auf großer Bühne zu vergeben. Nach Marius Felix Langes "Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte" in der Spielzeit 2013/14 (die RP berichtete) war es nun gelungen, erstmals die begehrten Rechte zur Vertonung von Astrid Lindgrens Roman "Ronja Räubertochter" (1981) zu erhalten.

Noch einmal kurz zur Handlung: Ronja ist die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis und seiner Frau Lovis. Sie wächst auf der Mattisburg im Mattiswald zusammen mit ihren Eltern und deren etwas derber, aber fröhlicher Räuberbande auf. Eines Tages lernt sie Birk Borkassohn kennen, den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns Borka und dessen Frau Undis. Deren Bande, die Borkaräuber, hat sich in einem Gebäudeteil der Mattisburg eingenistet, der am Tag von Ronjas Geburt durch einen Blitzeinschlag vom Hauptbau getrennt wurde.

Indem sie sich gegenseitig in brenzligen Situationen helfen, werden Ronja und Birk bald enge Freunde ("Bruder und Schwester"), sehr zum Ärger der verfeindeten Eltern. Als Mattis Birk gefangen nimmt und Ronja sich deshalb freiwillig in die Hände Borkas begibt, eskaliert der Konflikt zwischen den beiden Sippen.

Ronja und Birk ziehen gemeinsam in die Bärenhöhle im Wald. Mattis' Sehnsucht nach seiner Tochter bewegt ihn schließlich dazu, mit Borka in Dialog zu treten, um den Konflikt zu lösen. Mattis will, dass Ronja auch Räuberin wird - aber diese hält, genauso wie Birk, vom Räuberhandwerk nur wenig und entscheidet sich letztendlich gegen diesen Lebensweg.

Das ist nun etwas, das alle Menschen ab acht Jahren ansprechen kann, mit der beginnenden Liebe in der an Romeo und Julia erinnernden Geschichte, mit dem Vater-Tochter-Konflikt und Lindgrens raffinierten Umkehrungen: die ziemlich vernünftige Ronja gegen den etwas kindischen Vater, der zarte Birk (der in der Oper von einer jungen Frau gesungen wird) gegen die wilde Ronja. Den Text zu dieser neuen Oper bearbeitete der erfahrene Familienopern-Librettist Holger Potocki. Die Musik schrieb Jörn Arnecke, der zu den wichtigsten Komponisten seiner Generation zählt und der seit 2009 Professor an der Weimarer Hochschule für Musik "Franz Liszt" ist. Er verspricht sowohl schräge Tänze der Räuber als auch schöne Melodien, sowohl dramatische Zuspitzungen als auch Naturstimmungen. Eine wichtige Rolle spielt außerdem das "Wolfslied" genannte Schlaflied.

Regie bei "Ronja Räubertochter" führt Johannes Schmid, der sich hier bereits bei "Vom Märchen, das nicht schlafen wollte" bewährte. Die Räuberbande, nämlich der Herrenchor der Rheinoper, ist bei ihm nach eigener Aussage "ein entzückender Haufen". Freuen darf man sich auch wieder auf die fantasievolle Ausstattung von Tatjana Ivschina.

(hod)